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 :: Repression gegen antirassistisches Grenzcamp in Köln eskalie ::
09-08-2003 18:25
AutorIn : colonia
Das Grenzcamp in Köln sieht sich massiver Repression ausgesetzt. Damit soll u.a. ein Aufmarsch von 50 Neonazis durchgesetzt werden und den antirassistischen Protesten offenbar ein Ende gesetzt werden. Die Polizei hat das Camp, auf dem sich noch 300 AktivistInnen befinden, eingekesselt und aufgefordert, sich zu den Schleusungspunkten zu begeben, wo sie mit Video und Foto genau erfasst werden sollen. 70 Prozent der AktivistInnen seien laut Polizei StraftäterInnen.
regelmäßige updates auf:  http://de.indymedia.org
im Webjournal des Camps:  http://public.nadir.org/camp03/public_html/main.php?seite=11&projekt=camp (9. August anklicken)
Videos bei kanalb:  http://kanalb.de/thema.php3?id=44


Anlässlich des antirassistischen Grenzcamps wurden in Köln wurden Polizeieinheiten aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen. Diese gehen mit massiver Gewalt gegen das Grenzcamp vor. Um 17:50 kam auf indy.de die Nachricht von Leute aus dem Camp, dass nun wohl die Räumung beginnt.

Breaking-News bei  http://de.indymedia.org (um ca. 18:45):
+++ 09-08-2003 17:58: Solidaritäts-Demonstrierende sammeln sich außerhalb des Kessels +++ 09-08-2003 17:54: 17:45 - Ultimatum der Polizei: "Freiwilliges" Verlassen des Camps samt "ID-Behandlung" (Foto, Durchsuchung, Ausweiskontrolle) oder Erstürmung des Camps +++ 09-08-2003 17:37: Köln: Grenzcamp von Polizei umzingelt. 17 Verhaftete. 30-40 Verletzte durch Gas, 15-20 Verletzte durch Schlagstockeinsatz und andere Polizeigewalt. Alles zum Schutz der ca. 50 Nazis, die gegen das Camp demonstrieren. +++


ein erstes Video vom Stress gibts online bei  http://kanalb.de
play:  http://kanalB.de/spezial-koeln2003/20030809-stress.ram

Köln: Polizei will Grenzcamp räumen (09.08.2003 18:07):
 http://de.indymedia.org/2003/08/59111.shtml

aus dem Camp-Webjournal:
"Diese Attacke auf die Informations- und Meinungsfreiheit des Camps ist mit der generellen Ausgangssperre des heutigen Tages verbunden. Unter dem Vorwand, dass bis 17 Uhr Nazis - nicht mehr als 100!- durch Poll gegen das Grenzcamp marschieren, durfte bisher niemand das Camp verlassen. Außerdem drohte die Polizei bereits mit einer kompletten Durchsuchung des Camps, also aller Zelte, weil einem Zivilpolizisten ein Fotohandy abhanden gekommen sein soll.
Die Stadt Köln soll mittlerweile den Nutzungsvertrag für den Platz fristlos gekündigt haben, rechtliche Schritte dagegen sind in Vorbereitung. Momentan scheint also alles darauf hinaus zu laufen, dass sich Stadt und Polizei zu Erfüllungsgehilfen der Nazis machen wollen, indem sie versuchen, das Camp zu beenden."

aus dem Newswire von de.indymedia.org:
"Um 14.45 Uhr erreichte uns eine Nachricht von der aktuellen Situation beim 6. antirassistischen Grenzcamp in Köln.
Das Camp wurde von der Polizei komplett eingekesselt und beständig kreisen Hubschrauber über den Pollerwiesen. Die Polizei geht mit äusserter Brutalität gegen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Grenzcamps vor. Allein durch den Einsatz von Reizgas, das aus flüssiger Säure besteht wurden 30 bis 40 Menschen verletzt, hinzu kommen zahlreiche Verletzte durch Schlagstockeinsätze.
Das Sanitätszelt ist überfüllt und der Vorrat Schmerzmittel hat nicht ausgereicht. Trotz gleissender Hitze wurde die wasserzufuhr unterbrochen.
Ausserdem wurden zahlreiche Menschen festgenommen. Eine Eisdiele im Viertel wurde geräumt.
Um die Möglichkeiten, Informationen über dieses schonunglose Vorgehen nach außen dringen zu lassen, zu erschweren, wurden Festnetz und Internet gekappt.
Mit diesem Polizeieinstz wird ein Aufmarsch von etwa 50 Neonazis im Viertel, der sich gegen das Camp richtet geschützt.
Ein zentrales Ziel des 6. antirassistischen Grenzcamps ist das Recht auf globale Bewegungsfreiheit, die seinen Teilnehmern und Teilnehmerinnen zur Zeit aufs Gröbste untersagt wird.
Falls Ihr in der Lage seid, Köln zu erreichen, macht Euch auf den Weg um vor Ort (Pollerwiesen - Südbrücke) zu protestieren.
Falls das nicht möglich ist, sind alle aufgerufen spontan Soldaritätsaktionen zu organisieren.
For Freedom of Movement! "
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  kleiner Erlebnisbericht
10.08.2003 18:47  
Ich war beim antirassistischen Grenzcamp in Köln, als es stundenlang von den Bullen in brütender Hitze abgeriegelt wurde, als die Bullen versuchten, es zu stürmen (wobei ich einige Prellungen und ein paar Kratzer und leichte Abschürfungen an den Unterarmen abbekam, zum Glück nicht mehr - einige Leute wurden übel geprügelt, und es gab einige Verätzungen durch Tränengas) - und ich war auch da, als es eingekesselt und gewaltsam aufgelöst wurde, allerdings entschied ich mich dann, lieber "freiwillig" zu gehen, als bis zuletzt Widerstand zu leisten, was mir angesichts der Hitze und meines Erschöpfungszustandes dann doch zu kraß erschien. Ein Freund von mir war noch dort eingekesselt, als ich rausgelassen wurde, er wurde dann auch später verhaftet und nach Brühl gekarrt, ist aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.
Das Camp war eine völlig friedliche Versammlung von linken Aktivisten, Ökos, Hippies, Punks und anderen Arten von Freaks, und es gab außer mir sogar einige andere Goths, die ihre natürliche Lichtscheu überwunden hatten. Es waren Familien mit Kindern dabei, und einige Flüchtlinge aus aller Herren Länder. Viele von diesen hielten sich illegal auf dem Gelände auf, daher der Versuch einer großen Gruppe von Campteilnehmern, diese mit dem Einsatz ihrer eigenen Körper vor der Verhaftung zu bewahren, was aber angesichts der gewaltigen Übermacht der Polizei sowie der Brutalität, mit der diese vorgingen, absolut hoffnungslos war.
In der Presse wird es jetzt so dargestellt, als seien wir ein Haufen von Kriminellen und Krawallmachern gewesen, wobei in Wirklichkeit jedoch die einzigen Vergehen darin bestanden, einigen illegalen Einwanderern unter unserem Schutze Bewegungsfreiheit zu gewähren, die das Gesetz für sie nicht vorsieht, und einige Gegenwehr zu leisten, als die Bullenschweine unser Camp stürmen wollten. Die große Masse der Campistas blieb jedoch selbst unter massiven Ansturm der Robocops mit Gummiknüppeln, Tränengas und Pfefferspray bei 40°C sehr gelassen, vereinzelt wurden jedoch von einigen nach massiver Provokation durch die Ordnungsmacht Gegenstände geworfen oder die Gesichter vermummt, was von diesen dann nachträglich als Rechtfertigung und schließlich einziger Grund für die gewaltsame Räumung genannt wurde.


AutorIn: elfboi
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