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 :: ¡NI UNA MAS! Online-Demo gegen mexikanische Regierung am 31.10 ::
29-10-2003 14:13
AutorIn : Lotti
Demonstration am letzten Tag gegen Gewalt gegen Frauen, 25.11.02 "Mehr als 300 Frauen wurden ermordet
und 500 sind in Chihuahua seit 1993 verschwunden
Beendet den Femizid!
Nicht eine Einzige mehr!

Beteiligt Euch an der Online-Demo gegen die mexikanische Regierung und den obersten Gerichtshof des Staates Chihuahua vom 31.10.-.2.11. 2003
Gemeinsam mit "JUSTICIA PARA NUESTRAS HIJAS" [Gerechtigkeit für unsere Töchter]"
Demonstration am letzten Tag gegen Gewalt gegen Frauen, 25.11.02
Demonstration am letzten Tag gegen Gewalt gegen Frauen, 25.11.02




Das ist der Aufruf zur "Online-Demo von Operación Digna". "Operación Digna" ist 'cyberfeministischer Cyberaktivismus in Solidarität mit den Frauen aus Juarez und Chihuahua'. Worum geht es?

"Seit 1993 sind in den mexikanischen Städten Ciudad Juárez und Chihuahua 370 Frauen ermordet worden. Mindestens ein Drittel der Frauen war vor ihrem Tod massiver sexueller Gewalt ausgesetzt. 75 Leichen konnten bislang nicht identifiziert werden. Die meisten Taten sind bis heute nicht aufgeklärt worden.", so die Presseerklärung von Amnesty International im August diesen Jahres. "Nach Angaben von lokalen Menschenrechtsorganisationen sind weitere 400 Frauen spurlos "verschwunden". Viele Opfer arbeiteten in der Nähe der Grenze zu den USA in Fabriken, die von ausländischen Firmen errichtet werden, um das niedrige Lohnniveau auszunutzen."



Ein Bericht der aktuellen Ausgabe des wöchentlichen Lateinamerika-Pressedienstes Poonal beschreibt, dass staatliche Stellen offenbar wenig Interesse an Aufklärung der Verbrechen haben:

"In dieser etwas trostlosen Gegend floriert nicht nur der grenznahe Drogenhandel, der die Kriminalitätsraten in die Höhe schießen ließ. In der Umgebung haben sich viele Maquilas angesiedelt, sogenannte Teilfertigungsfabriken. Hier lassen große US-amerikanischen oder japanischen Unternehmen die arbeitsintensiven Phasen der Produktion erledigen, zum Beispiel in der Textilindustrie. Mexikos Regierung preist dies als bedeutenden wirtschaftlichen Fortschritt, weil Auslandsinvestitionen und neue Arbeitsplätze ins Land kommen. Doch für die Betroffenen ist es ein fraglicher Fortschritt. Die Löhne, die in den Maquilas gezahlt werden, sind ärmlich, die Arbeitsbedingungen prekär. Und weil die Maquilas in Freihandelszonen liegen, gelten andere Arbeitsrechte: Eine gewerkschaftliche Organisierung der Arbeiter ist fast unmöglich, es herrschen so strenge Regeln, dass sich die Menschen innerhalb einen Betriebes kaum kennen lernen.

Die große Mehrheit der Maquila-Beschäftigten sind Frauen - weil ihnen noch weniger gezahlt werden kann und weil sie im Gegensatz zu vielen Männern bereit sind, so niedere Tätigkeiten anzunehmen, um ihre Kinder zu ernähren. Viele von ihnen sind nur wegen den Jobs in den rund 300 Maquilas hierher gekommen, alleine oder mit Kindern. Andere arbeiten in der Prostitution, in Bars oder als Kellnerin im Restaurants. Sie sind vielleicht vor ihren Ehemännern oder aus ihren Familien geflohen und hoffen, hier zumindest überleben zu können.

Die Vereinzelung, Armut und Arbeitsschichten, die oft mitten in der Nacht aufhören, machen es potentiellen Frauenmördern leicht. Unheimlich ist, dass bislang kein Motiv für die vielen Verbrechen ermittelt wurde".

Erst seitdem Amnesty International in diesem Sommer vor Ort war, unaufgeklärte Fälle dokumentierte und eine Kampagne begann, um Druck auf die mexikanische Regierung auszuüben, gibt es etwas Bewegung. Inzwischen wird in 228 Fällen ermittelt - wohl auch, weil es mittlerweile eine Reihe von Fällen in der Bundeshauptstadt Chihuahua gab: "Mexico: Intolerable Killings: 10 Years of abductions and murder of women in Ciudad Juarez and Chihuahua". [Englisch]



Auch die Organisation "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" [Unsere Töchter sollen nach Hause kommen] beklagt, dass die Behörden solange untätig geblieben sind: "Jede Woche verschwindet in Ciudad Juárez mindestens eine Frau, und es wird nie wieder etwas von ihr gehört, es sei denn, ihre Entführer entscheiden sich dafür, ihren leblosen und offensichtlich brutal gefolterten und ermordeten, wüst vergewaltigten und manchmal verstümmelten, manchmal verbrannten Körper verschwinden zu lassen. "



Sie fordern:
"Es muss aufhören - die Gewalt in dieser Stadt scheint keine Grenzen zu kennen! Seit 1993 werden die Morde an jungen und armen Frauen in Ciudad Juárez dokumentiert... 2001 dehnte sich der Terror in die Bundeshauptstadt Chihuahua aus... Wann und wo wird er aufhören?

Die Organisationen der Kampagne "Stopp der Straflosigkeit: Nicht eine Tote mehr!" fordern den mexikanischen Staat dazu auf, die Straflosigkeit in Bezug auf die Frauenmorde in Ciudad Juárez und die Qualen der Angehörigen und aller Menschenrechtler zu beenden."

Ihre Forderungen an die mexikanische Regierung sollen in einer Online-Petition von möglichst vielen unterschrieben werden



Operación Digna organisiert neben der Online-Demo auch die Live-Übertragung im Internet einer Konferenz, die sich drei Tage mit den Morden beschäftigen wird, koordiniert Aktionen, die in vielen Städten stattfinden (u.a. geplant in New York, Washington DC, El Paso, Phoenix, San Francisco, Portland Oregon, Minneapolis (alle USA), Madrid, Valencia (Spanien), Tokyo (Japan) und Paris (Frankreich). Auf der Internetseite wird es weiterhin ein Nachrichtenforum geben und die Möglichkeit, Material in unterschiedlichen Formaten zu downloaden.
.


Das Konferenzplakat

Presserklärung vom 15. Oktober 2003:

"Der mexikanische Bundesstaat Chihuahua ist der gefährlichste Ort für eine junge Frau in den Amerikas. In den letzten 10 Jahren wurden etwa 275 Frauen ermordet und mindestens 250 sind verschwunden.

Die Reaktionen der mexikanischen Behörden waren bisher ineffektiv. Gesetze in den Bereichen Sexuelle Gewalt und Verschwinden fehlen. Falsche Aussagen und falsche Anschuldigungen verwischen zuviele Untersuchungen. Das Recht auf Leben, auf ein ordentliches Verfahren und Gerechtigkeit ist immer wieder verletzt worden.

Seit Jahren protestieren die Familien der Opfer gegen die Gewalt und das Versagen der mexikanischen Regierung protestiert, die Täter zu finden und die Bürger zu schützen. "Gerechtigkeit für unsere Töchter", eine Gruppe aus Chihuahua-Stadt, die 2002 gegründet wurde und lokal, national und international daran arbeitet, Gerechtigkeit und Menschenrechte in Mexico zu fördern und die Gewalt zu beenden.
Sie sind z.Z. mit aggressiver Repression der mexikanischen Behörden konfrontiert, u.a. Schläge, Folter, Verleumdung und unberechtigte Festnahmen.

Amnesty International hat vor kurzem einen Bericht über die Situation veröffentlicht und weltweit dazu aufgerufen, der mexikanischen Regierung gegenüber Sorge über die Gewalt auszudrücken.

Weltweit planen Menschen, die dieses Thema bewegt, eine große Bandbreite von Aktionen, die mit den mexikanischen Feiern zum Tag der Toten zusammenfallen. Proteste auf der Strasse, Kundgebungen vor mexikanischen Konsulaten, Kulturveranstaltungen und Gottesdienste für die Opfer werden zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November stattfinden.

OPERACIÓN DIGNA wird diese Aktionen mit dem Angebot ergänzen, sich online an den Aktionen zu beteiligen;.

OPERACIÓN DIGNA wird am 31. Oktober 03 eine Online-Demo gegen die mexikanische Regierung organisieren;

OPERACIÓN DIGNA wird die UCLA-Konferenz über "The Maquiladora Murders" [Die Maquiladora Morde, d. Ü'in] live streamen, mit Beiträgen von Marisela Ortiz von 'Bringt unsere Töchter nach Hause', Müttern der Verschwundenen, MenschenrechtsaktivistInnen, der Regisseurin Lourdes Portillo und der Autorin Eve Ensler, vom 31.10. bis 2.11.

OPERACIÓN DIGNA wird ein Interview mit Lucha Castro, Anwältin von 'Gerechtigkeit für unsere Töchter' anbieten, das in Mexiko aufgenommen wurde und direkt von der Seite geladen und gehört werden kann

OPERACIÓN DIGNA wird auch ein Online-Nachrichtenforum enthalten, das ALLE Aktionen zur Unterstützung von 'Gerechtigkeit für unsere Töchter' enthalten wird, die am Tag der Toten geplant sind.

Weiter Informationen bei OPERACIONDIGNA@yahoo.com [Spanisch/Englisch]

OPERACIÓN DIGNA wurde nach Digna Ochoa benannt, der mutigen mexikanischen Menschenrechtsanwältin, die 2001 ermordet wurde."



Presseerklärung von Amnesty International zum Tod von Digna Ochoa am 19.10.01.
Zum Mord von Digna Ochoa gibt es einen Audio-Beitrag von Radio Onda, der kurz nach dem Mord erschien: Onda Info 26 [download | direkt anhören 7220 kB !]
Im Juli 2003 kam die Sonderstaatsanwaltschaft in Mexico-Stadt zu dem Ergebnis, es habe sich um Selbstmord gehandelt




Polizei-Notruf reagiert nicht: Der Fall von Lilia Alejandra García

Um 22.15 am 19. Februar 2001 wählen einige Nachbarn einer Müllkippe in der Nähe einer Maquila in Ciudad Juárez 060, die lokale Polizeinotrufnummer, um zu berichten, dass eine anscheinend nackte junge Frau von zwei Männern in einem Wagen geschlagen und vergewaltigt wird. Keine Streife wird als Reaktion auf den ersten Anruf losgeschickt. Nach einem zweiten Anruf wird ein Wagen losgeschickt, kommt aber erst um 23:25 an, zu spät um einzugreifen. Das Auto war bereits verschwunden.

Vier Tage früher hatte die Mutter von Lilia Alejandra García Andrade ihre 17-jährige Tochter bei der Unidad de Atención a Víctimas de Delitos Sexuales y Contra la Familia, Behörde für die Sorge um Opfer sexueller Gewalt und Gewalt in der Familie, vermisst gemeldet. Lilia Aljandra, Mutter eines Babies und eines dreijährigen Jungen arbeitete in der Maquiladora Servicios Plásticos y Ensambles. Um 19:30 am vorigen Abend hatten ihre Kolleginnen gesehen, wie sie auf einen unbeleuchteten Müllplatz neben der Fabrik zuging. Lilia Alejandra benutzte diesen Weg jeden Tag, um mit dem Bus nach Hause zu fahren. Aber in dieser Nacht kam sie nie dort an.

Am 21. Februar wurde die Leiche einer jungen Frau auf der Müllkippe in der Nähe des Ortes gefunden, von dem aus die Notrufe gemacht wurden. Sie war in eine Decke gewickelt und trug Zeichen körperlicher und sexueller Gewalt. Als Todesursache wurde Ersticken als Resultat von Würgen festgestellt. Die Leiche der jungen Frau wurde von den Eltern als Lilia Alejandra identifiziert. Der gerichtsmedizinische Bericht kam zu dem Schluss, dass sie eineinhalb Tage vorher gestorben war und dass sie mindestens 5 Tage vor ihrem Tod in Gefangenschaft verbracht hatte. Ein Ausschnitt des Berichts der Polizeitelefonzentrale um 23:05 am 19. Februar besagt schlicht: "keine Meldungen". Die Identität der Frau, die an diesem Tag angegriffen worden war, wurde nie festgestellt und es gab keine Versuche, zu untersuchen, ob es Verbindungen zwischen diesem Fall und der Entführung von Lilia Alejandra oder irgendeinem anderen Fall gab. Es gab auch keine Untersuchungen seitens der Behörden, warum auf den Notruf in Ciudad Juarez nicht eingegangen worden war. Der Müllplatz neben der Maquiladora ist immer noch unbeleuchtet. Ein kleines Kreuz erinnert an den Platz, an dem die Leiche gefunden wurde.

Obwohl solche Verbrechen in Ciudad Juárez seit acht Jahren begangen werden, ist es den Behörden bis jetzt nicht gelungen, ein effektives System einzurichten, um auf Notrufe zu reagieren, was besonders besorgniserregend ist in Fällen, in denen Entführung und Vergewaltigung gemeldet wurden. Schlimmer noch ist, dass staatliche Institutionen verweigern, die in diesem Fall gemachten Fehler zu untersuchen und anzuerkennen, dass eine Verbindung zwischen dem Notruf und der Entführung von und dem Mord an Lilia besteht. Es gibt keine Berichte über Disziplinarmassnahmen.
Eigene Übersetzung von: Mexico. Intolerable Killings: Ten years of abductions and murders in Ciudad Juárez and Chihuahua, AI INDEX: AMR 41/027/2003, 11. August 2003 [Englisch]


Onda Info 68 berichtet im Oktober 03 kurz über UN-Untersuchungen der Frauenmorde in Ciudad Juarez [Download | Anhören 5699kB!]



Mehr Informationen über die Frauen aus Ciudad Juarez, aus der mexikanischen Grenzregion und über Frauen und Kinder in den Maquiladoras:
http://www.juarezwomen.com/
http://www.womenontheborder.org/
http://www.escapinghades.com/juarex-articles.html
http://www.angelfire.com/in2/qualm/maquila.html

Mehr Informationen über Elektronischen Zivilen Widerstand und das Electronic Disturbance Theater
http://www.thing.net/~rdom/ecd/ecd.html
http://www.thing.net/~rdom/ecd/EDTECD.html

Zur Zusammenarbeit mexikanischer Menschenrechtsaktivistinnen mit US-amerikanischen Cyberfeministinnen
http://www.thing.net/~cocofusco/juarez.html






Ana Lidia Barraza Calderón, 12 Jahre, verschwunden am 7. Mai 2003


Samanta Yesenia Carrasco Carrasco, 13 Jahre, verschwunden am 17. August 2002


Lorena Palma, 16 Jahre, verschwunden


Diana Yazmín García Medrano, 18 Jahre, verschwunden


Claudia Judith Urías Bethaud, verschwunden am 9. März 2003


Érika Nohemí Carrillo Enríquez, 20 Jahre, verschwunden am 13. Dezember 2000

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