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 :: attack attac ::
20-11-2003 17:08
AutorIn : Amadea Nasal
Bei Attac tobt ein Antisemitismusstreit, und das nicht erst, seit die AG »Globalisierung und Krieg« des Bündnisses einen Boykott der Waren aus den von Israel besetzten Gebieten in Palästina forderte.
»Antisemitismus gibt’s nicht nur bei Attac«

Der Koordinierungskreis von Attac veröffentlichte bereits im Dezember 2002 ein Papier mit dem Titel »Grenzen der Offenheit«. Darin wurde wegen mehrerer Vorfälle gefordert, dass der Pluralismus Attacs dort enden müsse, »wo Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus ins Spiel kommen«.

Über den Streit bei Attac sprach Peter Bierl mit Astrid Kraus. Die Kölnerin ist Mitglied des Koordinierungskreises von Attac Deutschland.


Was ist aus der Erklärung des Koordinierungskreises vom Dezember vergangenen Jahres geworden?

Es hat Debatten gegeben, vor allem eine Auseinandersetzung um Begriffe wie Antisemitismus und Nationalismus, dazu heftige Schlachten in den Mailinglisten; dort traten Mitglieder auf, die Israel als Unterdrücker- und Besatzerstaat sehen. Auslöser war aber nicht das Papier, sondern eher das Verhalten Einzelner oder von Gruppen, die sich selber nicht als Antisemiten sehen, deren Äußerungen aber von einigen als antisemitisch kritisiert wurden. Über das Papier selber ist nicht breit diskutiert worden, was ich außerordentlich bedauerlich finde.

Über was wurde dann gestritten?

Es ging um die Forderung nach einem freien Selbstbestimmungsrecht der Völker, insbesondere der Palästinenser, um die Kritik von Attac an den Finanzmärkten, die als strukturell antisemitisch fehlinterpretiert werden kann, sowie um eine Kritik an Israel mit antisemitischen Zügen. Es gab kürzlich einen Aufruf zum Boykott israelischer Waren und einen Aufruf zu einem Tag zum Gedenken an die Besatzung im Irak und in Palästina, die, weil sie auf der Attac-Homepage standen, heftige Gegenreaktionen auslösten.

Wer bei Attac vertritt solche Positionen?

Da gibt es verschiedene Gruppen, vor allem aber ist es das Spektrum um Linksruck. Mangelndes Bewusstsein für Forderungen, die Antisemitismus befördern, ist aber bei vielen Attac-SympathisantInnen verbreitet.

Warum ist aus dem Diskussionspapier »Grenzen der Offenheit« keine Attac-Erklärung geworden?

Sehr viele Mitglieder des Koordinierungskreises stehen inhaltlich hinter dem Papier. Aber in einem pluralistischen Bündnis ist es schwierig, das als Erklärung von Attac herauszugeben. Der Koordinierungskreis kann keine Attac-Positionen festschreiben. Ich halte es auch nicht für möglich, in dieser Frage zu einem Konsens zu kommen. Durch viel Aufklärung und Diskussion können hoffentlich Menschen zum Nachdenken gebracht werden, antisemitische Denkstrukturen werden aber wohl nicht auszurotten sein.

Was hat der Koordinierungskreis bisher unternommen, um die Debatte zu fördern?

Relativ wenig. Es ist eher das Anliegen Einzelner, die Diskussion um Antisemitismus und Nationalismus öffentlich zu führen und antisemitische und nationalistische Denkstrukturen immer wieder anzuprangern.

Attac hat im Januar eine Friedenstour quer durch die Republik veranstaltet. (Jungle World, 7/03) Die Referenten stellten Israel als Schurkenstaat dar und die Massaker von Sabra und Shatila wurden mit den NS-Verbrechen im Warschauer Ghetto gleichgesetzt. Warum hat der Koordinierungskreis dazu geschwiegen?

Die Friedenstour wurde von einer Arbeitsgruppe initiiert. Solche Arbeitsgruppen agieren im Rahmen von Attac selbstständig. Bei Attac gibt es keinen Konsens, dass diese Kritik antisemitisch ist, strukturelle Maßnahmen waren also nicht möglich. Es gab aber durchaus Widerspruch aus dem Koordinierungskreis, aber keine geschlossene Stellungnahme. In Köln selbst, wo dieser Vergleich mit dem Warschauer Ghetto gefallen ist, wurde die Veranstaltung fast abgebrochen.

Es gab Protest von einigen Besuchern, aber die Mehrheit von Attac Köln wollte sich nicht von den Äußerungen distanzieren.

Es ist abgelehnt worden, die Aussagen zumindest als Verharmlosung des Holocaust zu verurteilen, was ich sehr bedauere. Wir haben hinterher eine Arbeitsgruppe zu Antisemitismus eingerichtet, um das Thema umfassend aufzuarbeiten. Aber die Leute, die gegen eine Distanzierung waren, sind nicht dabei. Da fehlt der Wille zur Erkenntnis.

In Frankfurt/Main hat Attac gemeinsam mit einer rechten Gruppe gegen die Übergabe der U-Bahn an eine US-Firma agitiert.

Das Problem ist, dass wir ein Netzwerk sind und einzelne Gruppen selbstständig agieren; der Koordinierungskreis kann organisatorisch nicht eingreifen. Die Zusammenarbeit in Frankfurt mit dem rechten Bürgerbündnis für Frankfurt (BFF) ist nur von zwei Leuten von Attac und ein paar Mitläufern aktiv betrieben worden. Die konkrete Haltung zu schädlichen Projekten darf aber nicht dazu führen, dass man den Teufel mit dem Beelzebub austreibt.

Erschreckend ist auch, dass manche Attac-Leute die nationalistischen Positionen des BFF noch beschönigten. Attac Frankfurt hat Ende August den Beschluss gefasst, dass diese rechte Gruppierung aus dem Bündnis ausgeschlossen werden sollte. Das BFF ist dem zuvorgekommen und selber ausgetreten.

Einige Leute aus der Kölner Minderheit haben nach dem Streit um die Friedenstour geschrieben, dass »antisemitisch kompatible Klischees bei erschreckend vielen Mitgliedern und Sympathisanten von Attac unwidersprochen bleiben und verharmlost werden«.

Ja, das sehe ich auch so. Es sind strukturelle Denkmuster, die im Konkreten zu Antisemitismus führen. Es gibt eine Dämonisierung von Juden, die zu der Vorstellung der jüdischen Weltverschwörung führt. Im Kontext mit Israel und Palästina heißt es, Juden seien nicht bloß Opfer, sondern auch Täter, und es gibt das Gerede vom vagabundierenden Finanzkapital. Das sind chiffrierte Antisemitismen, die auf unbewusster Ebene existieren, nicht bloß bei Attac-Leuten, sondern überall. Aber die Leute sehen sich selber nicht als Antisemiten, und man sollte sie auch nicht von vornherein als solche abstempeln, nur weil sie solche Chiffren im Kopf haben.

Die Gruppe Linksruck feiert die antisemitische Terrortruppe Hamas als Befreiungsorganisation, andere Gruppen bei Attac vertreten die Lehren des Sozialdarwinisten Silvio Gesell, wonach der Zins die Wurzel allen Übels sei. Wo sind die Grenzen der Offenheit? Müsste man nicht manche Gruppen ausschließen?

Momentan ist das nicht möglich. Die Diskussion ist noch nicht so weit fortgeschritten, als dass man sich im Attac-Spektrum einig wäre. Es besteht kein ausgereifter Begriff vom Antisemitismus als Maßstab für organisatorische Konsequenzen. Ich bezweifle auch, dass hier eine Einigung überhaupt möglich sein wird.

Ich würde es begrüßen, wenn das heiße Eisen angegangen wird, auch wenn es unschöne Reaktionen geben wird.

Das bedeutet auch den Ausschluss bestimmter Gruppen?

Ja, aber das ist schwer, wenn nicht unmöglich, weil man dafür eine Mehrheit braucht. Bei bestimmten Themen, wie etwa dem Krieg, sind Mehrheiten leicht herzustellen, aber nicht bei einem emotional so hoch belasteten Thema, wo Leute schon Angst haben, sich zu äußern, weil sie nicht als Antisemiten hingestellt werden wollen.
 :: 6 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  Israel = Juden?!
20.11.2003 23:04  
Ich dachte bisher immer dass es auch arabische und christliche Israelis gibt. Nur weil Herr Sharon, der grösste Teil seiner Regierung und des Volkes das ihn Gewählt hat jüdischen Glaubens ist, ist doch keiner der diese Regierung kritisiert ein antisemit! Ich bin auch gengen Saddam Hussein der dem islamischen Glauben angehört und habe deshalb überhaupt nichts gegen diese ethnie. Und obwohl Bush ein Christ ist habe ich nichts gegen Christen. Ich glaube es ist für gewisse Leute nicht nachvollziehbar, dass man gegen die Sharon-Regierung ist aber nichts gegen Juden hat. Wahrscheinlich wollen sie es gar nicht. Sie schauen lieber weg und lassen die von ihnen gewählte Regierung morden.
Ich hoffe der Bericht von Jean Ziegler öffnet euch die Augen!


AutorIn: s'echbenech
  Antideutsche und ihr Problem
21.11.2003 00:48  
Nachdem nun die Debatte um die Antideutschen auch Indymedia Schweiz erreicht hat, werde ich auch mal dazu Stellung nehmen.
Was in der Zeit des Dritten Reiches geschehen ist, das ist und bleibt eine in dieser Dimension nie mehr erreichte Katastrophe. Die Systematik, in welcher während dieser Zeit Menschen verfolgt und ermordet wurden, übersteigt das für mich überhaupt noch verstehbare. Es ist eminent wichtig, ein erneutes Aufkommen dieser Ideen zu verhindern.
Daraus folgt nun aber nicht, dass man die Verbrechen des israelischen Staates gegen die Palästinenser leugnen oder gar verharmlosen müsste. Die Unterdrückung einer ganzen Gemeinschaft kann und darf nicht totgeschwiegen werden. Natürlich erreichen die Dimensionen in Israel/Palästina nicht jene des Dritten Reiches. Aber dennoch ist es für die betroffenen Menschen eine unhaltbare Situation. Es ist auch eine unhaltbare Situation, dass sich Menschen in ihrem Alltag jederzeit von Selbstmordattentaten umgeben sehen, denen sie letztlich hilflos ausgeliefert sind. Ich verurteile diese Attentate ebenfalls. Die Politik Sharons wird die Attentate jedoch nicht verhindern können, hingegen werden durch diese Politik einer ganzen Gemeinschaft die Lebensgrundlagen entzogen.
Sharon ist nicht deshalb ein schlechter Mensch weil er Jude ist, sondern weil er schlimme Dinge tut. Bush ist nicht deshalb ein schlechter Mensch, weil er Christ ist und jeden Tag betet, sondern weil er seine Macht ausnutzt um seine Interessen und die seiner Wahlhelfer über Leichen gehend weltweit durchzusetzen versucht. Ich kenne viele gläubige Menschen aus allen Religionen, welche sich in bemerkenswerter Weise für eine bessere Welt eingesetzt haben. Selbst wenn ich mich nicht als in dieser Weise gläubig betrachte, habe ich dennoch eine hohe Achtung vor all diesen Menschen.
Ich werde mir jedoch niemals, nicht von Antideutschen, nicht von anderen verbieten lassen, mich gegen das Unrecht, welches diese beiden Menschen (Bush und Sharon) über tausende Menschen gebracht haben, zu wehren. Ich denke, dies ist auch notwendig um gerade ein erneutes Überhandnehmen faschistischer Ideen zu verhindern.


AutorIn: m
  Re
21.11.2003 01:36  
Whatever. Die Kommentare gehen nicht auf den Artikel ein und bei Attac von Antideutschen zu sprechen ist ja wohl recht verfehlt...
Im Interview sprechen die Attac-Leute kritisch über ihre Organisation und es werden einige klare Kritikpunkte benannt: Gleichsetzung des Massakers Sabra und Shatila mit NS-Verbrechen im Warschauer Ghetto, verkürzte Kapitalismuskritik, Zusammenarbeit mit rechtem Bürgerbündnis usw.
Es bleibt mir schleierhaft, warum z.T. so massiv reagiert wird auf eine sachliche Kritik, der ja wennschon genause entgegnet werden könnte.


  Keine ehrliche Kritik
21.11.2003 17:16  
Dieser ziemlich alte Text ist eine ganz mnormale Kampfschrift.. Behauptungen werden nicht belegt, es wird übertrieben und verzerrt. Bei aller Kritik an attac: die deutschen Studenten, die damals diesen Text schrieben, hätten sich wenigstens die Mühe machen sollen, attac tatsächlich zu kritisieren und vor allem von einem progressiven Standpunkt aus.

Der Text wurde damals gutgehend auseinandergenommen und kritisiert - eine Antwort kam nie. Stattdessen wird dieses Teil wieder und wieder gepostet. Jemand möchte mit einer rein strategischen Diskussionsführung Sinnlosdiskussionen und destruktiven Streit anzetteln. Toll, daß gleich Leute drauf reinfallen...


AutorIn: ...
  Vollidioten und Paranoikier ole
21.11.2003 20:27  
bei den deutschen studenten - soll wohl so schon ihre anliegen entkräften (intellektuelle und so) - handelt es sich dummerweise um

"Astrid Kraus. Die Kölnerin ist Mitglied des Koordinierungskreises von Attac Deutschland. "

wenn denn der text so gut widerlegt wurde, dann kannst du ihn ja hier posten, ich denk aber eher, dass du einfach ein schwätzer bist, der mal wieder einer inhaltlichen diskussion aus dem weg gehen will.


AutorIn: joli do
  antideutsch?
23.11.2003 23:06  
habe recht lange infos gesammelt zur attac, darum kann ich auch mit gutem gewissen sagen, dass die attac nichts mit "antideutschismus" (...) zu tun hat. ihre aussagen beweisen völlig das gegenteil!


F.E.R.P.


AutorIn: wohlstandskind
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