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 :: radioballett ::
 Themen | WEF 17-01-2004 13:25
AutorIn : radio-ballerinas
Radio-Ballett, eine öffentliche Zetstreuungsaktion

Mi. 21.1.2004 von 18.00h-19.00h Bahnhofstrasse zwischen
Pestalozziwiese und Paradeplatz, Zürich, Radio-Lora (97.5MHz) hören
Eine öffentliche Zerstreuungsaktion

Was ist ein Radioballett?
Das Radioballett ist eine Aktion zur öffentlichen Zerstreuung. Es stellt für Leute eine Anleitung zur Choreographie zur Verfügung, die mit Radiogeräten den öffentlichen Raum infiltrieren. Im Rahmen des Radioballetts werden Gesten ausgeführt und Inhalte thematisiert, welche im öffentlichen Raum zunehmend ausgeschlossen werden. Beispiele bei denen der öffentliche Raum zunehmend privatisiert und kontrolliert wird gibt es zur genüge: Videokameras überwachen Strassen und Plätze um “unliebsame Verhaltensweisen” zu verhindern, Bahnhöfe werden zu Konsumtempeln umgebaut, nicht Kommerz orientierte Orte wie besetzte Häuser und alternative Kultur wird mit Repression überzogen, wobei der öffentliche Raum mehr und mehr zur zugangsbegrenzten Erlebnis- und Einkaufswelt wird und auf Kosten der Öffentlichkeit kapitalisiert wird. Das Radioballett dient zur individuellen Zurückgewinnung des Öffentlichen Raumes. Anhand einer angeleiteten Choreographie sollen bewusst Gesten gemacht werden, die üblicherweise zum Ausschluss aus der Öffentlichkeit führen oder durch die Kapitalisierung des öffentlichen Raumes verdrängt wurden, z.B. Hand aufhalten, sich hinsetzen.

Wieso ein Radioballett gegen das WEF?
Das WEF (World Economic Forum) ist ein privates Treffen der weltweit mächtigsten Firmen, welche zum einzigen Ziel die Profitmaximierung haben. Aufgrund der seit über zehn Jahren ständig zunehmenden Kritik und damit einhergehender Legitimationsnotstände sah sich die WEF-Leitung gezwungen einerseits einen pseudo “Dialog” mit angeblichen KritikerInnen einzuführen, welchen sie “Open Forum” nennen. Andererseits treiben sie zusammen mit dem Staatsapparat eine zunehmende Militarisierung gegenüber KritikerInnen, welche sich nicht in die von der WEF-PR-Abteilung organisierten Veranstaltung “Open Forum” einbinden lassen voran, wie am “Vehgatter” von Fideris und bis zu 6500 Soldaten zum Schutz des WEFs gut zu sehen ist.
Das Radioballett entzieht sich durch die Zerstreuung dem zentralen Zugriff des Machtapparats, weil es nicht unter die Kategorie Versammlung fällt, somit unterläuft es die gängigen Formen politischer Auseinandersetzung. Am Ballett können beliebig viele Menschen aus den unterschiedlichsten Spektren Teilnehmen und es stellt eine geeignete Form dar aufzuzeigen, wie stark das WEF mit der Wirtschaft, der Schweiz und der Politik verknüpft ist und wie viele Themen von diesen selbsternannten “Global Leaders” auch unser alltägliches Leben beeinflussen. Das Radioballett will an einem Ort wirken an dem Kritik am Kapitalismus und am WEF nur schwer öffentlich geäussert werden kann. Die Zürcher Innenstadt als einer der Kristallisationspunkte von weltweiter Bedeutung für das Kapital scheint uns hierfür geeignet zu sein. Wir wollen mit dem Radioballett zeigen, dass das WEF nicht nur beim jährlichen Treffen ein paar Tage in Davos existiert, sondern über den Rentenabbau, den Bildungsklau, dem Öffnen der Schere zwischen Arm und Reich, der zunehmenden Militarisierung und dem Vorantreiben von Kriegen, der Privatisierung und Kapitalisierung des öffentlichen Raums und des Service Public, des verschärfen des Nord-Süd-Konflikts, regelmässig unser alltägliches Leben beeinflusst. Der Einfluss der in der Krise steckenden neoliberalen Politik des WEFs beschränkt sich nicht nur auf die urbanen Gebiete. Beispielsweise werden Dörfer in Mittelamerika, in denen der Zugang zu Wasser privatisiert wurde ebenso von der Profitmaximierung getroffen wie kleine Orte in der Schweiz in denen das WEF Mitglied Swiss Post ihre Poststelle aus Effizienzgründen schliesst.

Wie funktioniert das Radioballett?
Das Radioballett ist keine Versammlung, sondern eine Zerstreuung! Es ermöglicht Menschen assoziiert, aber zerstreut zu handeln. Jede und jeder handelt als Individuum, der Assoziationseffekt entsteht über eine gemeinsam durchgeführte Choreographie. Hierbei sollen z.B. Handlungen durchgeführt werden, welche angeblich dem Konsumverhalten schaden. Leibesvisitationen sind auf der Langstrasse in Zürich ein alltägliches Bild, während auf der Zürcher Bahnhofstrasse kaum welche öffentlich sichtbar durchgeführt werden. Wenn sich nun hunderte von Menschen gleichzeitig in der Bahnhofstrasse wie bei einer Personenkontrolle mit ausgestreckten Armen an die Wand lehnen ist eine alltägliche Situation in die Bahnhofstrasse gebracht worden, welche versucht wird aus diesem öffentlichen Raum auszuschliessen. Die gemeinsame Choreographie wird über das Radio-Lora (97.5 MHz) gesendet und die TeilnehmerInnnen des Balletts empfangen die darzustellenden Gesten über ein kleines Radio und einen Köpfhörer. Für Aussenstehende entsteht ein Bild als ob hunderte von Leuten (für sie nicht ersichtlich) koordiniert über den Raum verteilt das Selbe machen, hierüber wird viel Aufmerksamkeit auf eine Bewegung gelenkt, welche vereinzelt in der Masse der Menschen untergehen würde. Zu Beginn des Balletts werden einfachere Gesten dargestellt, während gegen Ende auch ein paar schwierigere Gesten durchgeführt werden sollen. Alle TeilnehmerInnen können sich jederzeit entscheiden, ob sie die nächste Figur mit ausführen, oder pausieren.

Was benötige ich zum Mitmachen?
Um mitzumachen benötigt es nur ein kleines Radio mit (unauffälligem) Kopfhörer. Wir empfehlen Euch “normale” Klamotten anzuziehen, welche in der Zürcher City nicht besonders auffallen. Falls ihr als Einzelperson von der Polizei kontrolliert werdet, solltet ihr berücksichtigen, dass die Teilnahme am Ballett nicht illegal ist und keine der ausgeführten Gesten verboten sind. Gleichzeitig werden genügend Menschen um Euch herum sein, die beobachten. Falls es zu Kontrollen der Polizei kommt, wollen wir versuchen das Ballett trotzdem durchzuführen und nicht wie so oft, nur auf die Repression der Polizei reagieren, wobei selbstverständlich ist, dass niemand hilflos der Polizeiwillkür ausgesetzt wird.

Radios mit Kopfhörer bekommt ihr für CHF 12,- im Kasama, Militärstr 87a, bei jeder VBZ Verkaufsstelle oder im InterDiscount.

Infoveranstaltung zum Radioballett
Mo. 19.1.2004 um 20.00h im Kasama, Militärstr. 87a, Zürich


Mi. 21.1.2004 von 18.00h-19.00h Bahnhofstrasse zwischen
Pestalozziwiese und Paradeplatz, Zürich, Radio-Lora (97.5MHz) hören

 :: 2 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  weiteres bei
17.01.2004 13:39  


  so schön
17.01.2004 14:40  
total super, solche spirituell-politischen aktionsformen! endlich mal was, wo man den kopf abschalten und sich einfach dem gefühl der gruppe hingeben kann.


AutorIn: senta
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