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Heute Abend hat in der Zürcher Bahnhofstrasse das Radioballett stattgefunden. Zwischen Pestalozzianlage und dem St.Annahof haben 500 Personen ihre Kritik am Kapitalismus und dem WEF anhand synchroner Bewegungen manifestiert, an einem der Kristallisationspunkte kapitalistischer Globalisierungen, wo öffentliche Kritik nur selten möglich ist. Die über Radio LoRa angeleitete kollektive Choreografie griff von den Global Players beeinflusste Alltagsrealitäten auf. So wurde beispielsweise mit der Geste des Bettelns Armut, mit massenhaften imaginären Personenkontrollen die Überwachung des öffentlichen Raums, oder mittels „blindem Gehorsam“ die zunehmende Akzeptanz militärischer Einsätze im Innern sichtbar gemacht. PassantInnen zugeflüsterte „Wipe out Wef“'s, lautstarkes Denunzieren Schweizerischer WEF-Mitglieder (von ABB – ZKB) sowie ein „Happy Birthday“ an den inhaftierten Marco Camenisch, brachten die Verhältnisse mindestens symbolisch zum Tanzen. Bei einer anschliessenden Spontandemonstration durch die Bahnhofstrasse, über Paradeplatz, Bellevue und Central übernahm die Zürcher Stadtpolizei mangels vorgängiger Beschäftigung ihren gewohnten Part und kontrollierte abschliessend die in einem Kessel Festgehaltenen. Wer sich dem noch knapp entziehen konnte sah sich den hinter dem Polzeicordon aufgestellten Faschos gegenüber.
Das Radioballett dient zur Rückgewinnung des politischen und öffentlichen Raums. Mit Taschenradio und Kopfhörern ausgerüstet, werden die Anleitungen des Radios empfangen. Das Radioballett reiht sich in die verschiedenartigsten Widerstandsaktionen gegen das World Economic Forum in Davos ein - von der Auftaktdemonstration in Winterthur über die zahlreichen Blockadeaktionen bis hin zu den Demonstrationen vom Samstag, 24. Januar, in Davos und Chur.
Diesen Mittwoch, 21. Januar 2004, hat in Davos einmal mehr das WEF angefangen, dieser private Austauschzirkel der weltweit reichsten Firmen sowie einer Politik, welche sich in Profitmaximierung mittels Verschärfung der weltweiten Ausbeutungsverhältnisse äussert. Das WEF existiert nicht nur während der diversen Treffen, unter anderem eben in Davos, sondern macht sich in Rentenabbau, Bildungsklau, dem Öffnen der Schere zwischen Arm und Reich, der zunehmenden Militarisierung und dem Vorantreiben von Kriegen, der Privatisierung und Kapitalisierung des öffentlichen Raums und der Service Public, der Verschärfung des Nord- Süd- Gefälles, regelmässig bemerkbar.
Das WEF ist überall und jederzeit - Wipe out WEF |
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