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 :: Nationalheld Paul Grüninger immer dubioser ::
05-09-2004 21:44
AutorIn : Walti
Nachdem der israelische Historiker Shraga Elam auf Widersprüche im Porträt des angeblichen Antinazis und Judenretters Paul Grüninger hingewiesen hatte, gaben sich die kritisierten Grüninger-Porträtisten und Historiker sehr verärgert. Nun schiebt der ebenfalls gelernte Historiker Urs Rauber in der heutigen NZZ am Sonntag nochmals ein Briquet nach, mit welchem der letzte Rest an Glaubwürdigkeit des fragwürdigen Nationalhelden Grüninger posthum verblasst.
Rauber hatte bereits im Februar eine Publikation von Shraga Elam gewürdigt, die sich kritisch mit Grüninger auseinandersetzt und die Chiffre um dessen Antinazitum endgültig zerzaust. Elam weist mühelos nach, dass Grüninger selbst Kontakte zu namhaften Grössen des 3. Reiches unterhielt und unter deren speziellem Schutz gestanden hatte. So erhielt er mehrere seriöse Stellenangebote für diverse hohe Polizeistellen im Nazireich, bei der berüchtigten SS. Rauber wurde danach mit wüsten Beschimpfungen und Drohungen aus der kommerzialisierten Ecke der falsch gewickelten Grüninger-Fans bedient.

Prominentester Grüninger-Freund war Nazi-Offizier, Folterer und Mörder Joseph Schreieder, bei dem Grüninger 1941 dafür anklopfte, er möge zuhanden des Schweizer Nazis Mario Karrer ein deutsches Einreisevisum beschaffen. Schreieder war deutscher Abwehrchef in den Niederlanden und verantwortlich für Folter und Liquidation an zahlreichen gefangen genommenen alliierten Funk- und Fallschirmagenten.

Aufschlussreich ist insbesondere, dass es sich der berüchtigte Schreieder persönlich nicht nehmen liess, Grüninger nach dessen Suspendierung als St.Galler Polizeikommandanten im Frühjahr 1939 eine hohe Stelle bei der SS-Polizei in Deutschland anzutragen. Noch immer wird deshalb debattiert, aus welchen Motiven hohe Nazis wohl dazu kamen, dem angeblichen Antinazi Grüninger eine entwicklungsfähige Stelle in ihren Reihen anzubieten.

Auch Grüninger-Rehabilitator Stefan Keller wusste um die Kontakte zwischen Grüninger und Schreieder bzw. um dessen anrüchige Tätigkeit. Keller wusste konkret von Frau Schreieder, dass ihr Mann nach dem Krieg wegen seiner Rolle bei der Besatzung der Niederlande von einigen Holländern zusammengeschlagen worden sei. Wie bei anderen belastenden Indizien zog es Keller in seiner historischen Aufarbeitung jedoch vor, seinen antiquierten Grüninger-Helgen nicht zu entstauben.

Selbst die Hinweise von Frau Schreieder vermochten den Fortgang der Heroisierung Grüningers als einem, der nicht MIT, sondern GEGEN den Willen der Nazis jüdische Flüchtlinge in die Schweiz eingelassen haben soll, nicht zu bremsen. Dabei ist allgemein bekannt, dass die Nazis die Juden bis 1941 „nur“ vertrieben und sie bei der Flucht auch über die Schweizer Grenzen aktiv unterstützten.

In der heutigen NZZ a.S. bespricht Urs Rauber auf Seite 81 das Buch „Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im 2. Weltkrieg“. Picus-Verlag, Wien 2004. 367 Seiten, Fr. 47.10. Der Sammelband enthält 14 Beiträge, in welchen deutsche, russische und österreichische Historiker das Zusammenwirken von antifaschistischem Widerstand in Deutschland und alliierten Nachrichtendiensten, sowie den Einsatz von Fallschirm- und Funkagenten untersuchen.

In einem Beitrag wird auch die führende Rolle von Joseph Schreieder geschildert. Rauber in der NZZ a.S.: „Der Name Schreieders ist auch aus der Debatte über die schweiz. Flüchtlingspolitik im 2. Weltkrieg bekannt. Gemäss Berichten der schweiz. Bundespolizei hatte Schreieder dem 1939 abgesetzten St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger eine leitende Stelle bei der deutschen Polizei angeboten; (...) Grüninger erwähnte auch noch 1944 seine Freundschaft mit dem niederländischen Chef der Gestapo.“

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass der Presserat zwei Beschwerden gegen Urs Raubers positive Besprechung von Elams Broschüre «Paul Grüninger – Held oder korrupter Polizist und Nazi-Agent?» in der NZZ a.S. zurückgewiesen hatte ( http://www.presserat.ch/21080.htm ).


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