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In einem Communiqué mit Datum vom 19. Juni gibt der Rebellensprecher Subcomandante Marcos bekannt, dass sich die Zapatistische Armee zur Nationalen Befreiung in höchster Alarmbereitschaft befindet und dass die Truppen der EZLN in ihre Stellungen beordert wurden. Alle offen arbeitenden politischen Strukturen gehen in den Untergrund: „Von jetzt an und bis auf weiteres werden sie ihre Arbeit im Versteckten und an wechselnden Orten verrichten. Sowohl die Projekte als auch die autonomen Regierungen werden ihre Arbeit aufrecht erhalten, wenn auch unter anderen Bedingungen als bisher“. Auswärtige Personen, die sich in den Friedenscamps oder in Gemeindeprojekten aufhalten, werden aufgefordert, das Rebellengebiet zu verlassen. Wortreich verkündet Marcos, dass die bekannten solidarischen Strukturen und Einzelpersonen nichts mit den zukünftigen Aktionen der EZLZ zu tun haben werde und diese alleine in der Verantwortung der Aufstandsarmee liegen. Er bedankt sich ausdrücklich bei all denen, die sich in den letzten zwölf Jahren in ehrlicher und aufrichtiger Abicht der EZLN genähert hatten. Für die in den zapatistischen Dörfern verbleibenden Personen – insbesondere des zapatistischen Gesundheitswesens – fordert Marcos die Behandlung als Zivilisten und „die Respektierung deren Lebens, derer Freiheit und Güter durch die Regierungskräfte“.
Unternimmt die EZLN die in dieser drastischen Form bisher noch nie da gewesenen Schritte aus der Furcht vor einem bevorstehenden Angriffs durch die Bundesarmee? Versetzt sie sich in Alarmbereitschaft, um militärische Manöver durchführen zu können? Oder will sie ganz einfach wieder die Aufmerksamkeit auf ihre Anliegen lenken, die von der politischen Klasse so geflissentlich ignoriert werden?
Der Analyst und Kenner der zapatistischen Sache Luis Hernandez Navarro schreibt denn auch in der linken mexikanischen Tageszeitung „La Jornada“: „Der Zapatismus hat es verstanden Geduld zu üben, aber die Geduld kennt Grenzen. Der Zapatismus war behutsam, aber Bedachtsamkeit darf nicht mit Handlungsunfähigkeit verwechselt werden. Der Zapatismus war umsichtig, aber die Beherrschung kann nicht darin bestehen dass man stoisch jede Art von Aggression erträgt.“
Und in Anspielung an die unverhältnismässig grosse Aufmerksamkeit, die das angekündigte Spiel zwischen einer Auswahl der EZLN und des FC Internazionale di Milano erregte schliesst Navarro: „Die Partie wurde wieder aufgenommen. Hoffen wir, dass es nicht sehr spät ist, dass das Wort – das von oben so absichtlich ignoriert wurde – noch gehört wird.“
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Diese sind die vier meistgenannten und vielleicht auch wahrscheinlichsten Gründe für die Mobilmachung und den Ruf zu den Waffen:
- die ZapatistInnen wurden durch Bewegungen der mexikanischen Armee alarmiert. Sie befürchten einen Angriff und bereiten sich auf ihre Verteidigung vor. Nach unabhängigen Beobachtungen und auch nach Angaben des mexikanischen Miltärs gab es allerdings keine so starken Bewegungen, die den Schritt der EZLN gerechtfertigt hätten
- die zapatistischen GenosInnen sehen, dass eine friedliche Lösung des Konfliktes, wie sie in den letzten Jahren vor allem durch dem Ausbau ihrer autonomen Strukturen forciert wurde nicht mehr wahrscheinlich ist und wollen den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen. Dies ist sehr unwahrscheinlich, da die mexikanische Armee militärisch haushoch überlegen ist und das Ganze wohl aussichts- und ausweglos wäre
- die ZapatistInnen befürchten einen größeren Angriff einer paramilitärischen Gruppe und bereiten sich auf ihre Verteidigung vor. Solche Gruppen haben schon in den letzten 11 Jahren hunderte GenosInnen aus dem Umfeld der EZLN umgebracht. Die paramilitärischen Gruppen haben meist sehr gute Beziehungen zu den lokal Mächtigen, der mexikanischen Armee, politischen Parteien und werden von diesen auch häufig bewafnet, trainiert oder bezahlt.
- der inzwischen meistgenannte Grund erklärt sich damit, daß die EZLN vor einigen Monaten ein Manifest veröffentlichte, in dem sie die mexikanische Justiz aufforderte, die Verantwortlichen an den vielen Morden an UnterstützerInnen der EZLN und der Zivilgesellschaft festzunehmen und zu bestrafen. Der Straflosigkeit der paramilitärischen Gruppen sollte nach 11 Jahren Willkür ein Ende gemacht werden, da die GenossInnen nicht bereit wären weitere 11 Jahre die andere Wange hinzuhalten. Wenn dies nicht geschehen würde, werde sich die EZLN darum "kümmern" und die Mörder festnehmen und bestrafen.
Es ist eine Möglichkeit, daß nun der Moment für diese "rebellische Gerechtigkeit" gekomen ist. Eine Antwort darauf von Seiten der Paramilitärs und der eng mit ihr verknüpften Armee und lokalen Kaziken ist sicher und würde auf jeden Fall eine Art Bürgerkrieg bedeuten.
- informiert Euch über die hier häufig genug genannten Quellen!
- macht Solidaritätsaktionen!
- die mexikanische Fusballnationalmannschaft spielt gerade ein Turnier in Deutschland!
- Viva Flores Magon!