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Im Namen der Freitagsaktion (Idee siehe unten) haben wir heute am Stauffacher (Zürich) unsere Solidarität mit Flüchtlingen, Sans-Papiers usw. mit einer symbolischen Aktion bekundet. Um die 600 Flugblätter (siehe unten) wurden an PassantInnen verteilt, symbolisch stachelteten wir uns ein (Europa schottet sich ab) und der ganze Vorgang wurde durch Musik begleitet. Natürlich alles ohne Bewilligung, denn Solidarität braucht keine Bewilligung von oben!
Kein Mensch ist illegal!
Flugblatt: Freies Europa?
Sie verlassen alles, ihre Familie, ihre Sicherheit, sie haben meist nichts... Sie harren aus ohne Essen und Trinken... Wie gross muss ihre Armut sein, dass sie all dies auf sich nehmen? Sie kommen dem Reichtum immer näher... Doch dann die Grenze... Riesige Stacheldrahtmauern, überwacht von Grenzwächtern und Helikoptern... Sie geben nicht auf – mit blossen Händen versuchen sie den Stacheldraht zu überwinden. Sie sind verletzt, geschwächt, sie werden geschlagen, zurückgeworfen... und getötet.
Sind das die Grenzen eines „freien, demokratischen und menschlichen Europa“?
Europa schottet sich immer stärker gegen Flüchtlinge ab. Die Massnahmen gegen die unerwünschte Migration sind mittlerweile so drastisch, dass der Versuch, nach Europa zu gelangen untrennbar mit dem Risiko zu sterben verknüpft ist.
Am frühen Morgen des 27. September 05 versuchten rund 500 Flüchtlinge, den doppelten Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla kollektiv zu überwinden mit bis zu 270 selbstgebauten Leitern. Rund 100 von ihnen gelang dies auch. Es wurden dabei zwölf Flüchtlinge und sechs spanische Grenzer verletzt. Anscheinend verbreitete sich die Nachricht von diesen erfolgreichen Grenzüberquerungen, denn in der nächsten Nacht versuchten wiederum 600 Menschen, den Grenzzaun zu Ceuta, einer anderen spanischen Exklave in Afrika zu überwinden. 163 Menschen schafften es nach Europa und wurden in Auffanglagern untergebracht. Auf jeden Fall waren die zehn anwesenden Grenzer sehr überrascht und eröffneten das Feuer mit Gummigeschossen. Fünf Flüchtlinge wurden dabei getötet und 108 verletzt.
Überall sind die Verschärfungen der Europa-Festung zu spüren. Zwar wird innerhalb die Personenfreizügigkeit proklamiert, es werden für den neoliberalen Markt alle Schranken entfernt, doch das grosse Elend der Armut vor seinen Toren hält Europa mit unmenschlichsten Mittel von sich fern. Mit Schengen/Dublin und der Nothilfe-Streichung sind Reformen eingeführt worden, die sogar denjenigen Flüchtlingen, die es nach Europa geschafft haben, das Menschenrecht Asyl und Bewegungsfreiheit entziehen.
Wir, als Teil Europas, können nicht mehr stumm akzeptieren, dass wir als SiegerInnen im Kapitalismus unseren Reichtum mit so brutalen Mitteln verteidigen müssen. Verteidigen gegen jene, denen wir unseren Reichtum verdanken. Unsere Solidarität gilt allen Flüchtlingen, die aufgebrochen sind, nach Europa zu gelangen. Wir fragen nicht nach Fluchtgründen, sondern verstehen das Recht auf Bewegungsfreiheit als ein fundamentales Menschenrecht. Wo aber nicht einmal das Recht auf Leben respektiert wird, sind Forderungen nach offenen oder keinen Grenzen erstmal utopisch. Dennoch: Gemeinsam mit den Menschen, die es nach Europa geschafft haben und hier in Illegalität, Ausbeutung oder den entwürdigenden Asylprozess gedrängt worden sind, setzten wir uns für eine Gesellschaft ein, die nicht nach Herkunft, Hautfarbe und Reichtum unterscheidet und fordern eine Welt ohne Grenzen!
Diese Aktion schliesst sich der Idee der Freitagsaktion an, welche ein schweizweiter, spontaner Ausdruck von Unzufriedenheit sein soll. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt. JedeR kann in beliebiger Form ihren/seinen Protest auf die Strasse tragen Die Idee der Freitagsaktion lebt!
Aufruf zu Freitagsaktionen als Ausdruck von Unzufriedenheit und Gesellschaftskritik!
Die Idee
Die Idee der Freitagsaktion soll ein schweizweiter, ja grenzübergreifender, spontaner Ausdruck von Unzufriedenheit sein. Dabei soll und kann niemand die Richtung, den Inhalt, die Aktionsform oder sonstige Einschränkungen vorgeben. Die Idee ist den spontanen Ausdruck von Unzufriedenheit in allen Dörfern, Stadtteilen etc. von Menschen aus den verschiedensten Zusammenhängen hervorzurufen. Freitag soll zu dem Tag werden, an welchem die Menschen ihre Unzufriedenheit thematisieren; zum Tag an dem Unmut, Ideen und Sehnsüchte regelmässig auf die Strasse getragen werden! Fremden- und geschlechterfeindliche, sowie andere gegen die humane Selbstverständlichkeit verstossende Inhalte, sind nicht vereinbar mit der Idee der Freitagsaktion. Wie dieser Aktionstag aussieht, was für einen Inhalt er hat und wie er sich entwickelt, soll nicht ganzheitlich bestimmt werden. Denn die empfundene Unzufriedenheit, die verschiedenen Ansichten und Ideen und die verschiedenen Wünsche sind individuell. Die Idee der Freitagsaktion lebt!
• Freitag wird zum Tag der Gesellschaftskritik und Unzufriedenheit! • Freitagsaktion als Kraft der Veränderung! • Tragt den Unmut, die Sehnsüchte und Ideen am Freitag auf die Strasse, in die Häuser, Dörfer; bringt sie zum Ausdruck! |
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