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| :: Revolutionärer 1. Mai Berlin-Kreuzberg (SPONTANDEMOs) :: |
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Themen
| Anti-Kapitalismus/Globalisierung
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03-05-2006 18:55 |
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AutorIn : Kreuzberge Nächte sind lang!
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In Berlin-Kreuzberg gab es zum Revolutionären 1. Mai zwei große Spontandemos am Abend und die üblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Fotos, Bericht und Bilanz.
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| Spontandemonstration Oranienstr. ca. 18.15 Uhr | Front-Transpi |
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| Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi |
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| Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi |
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| Feiernde Massen auf dem sog. "Myfest" in Kreuzberg |
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| 2. Spontandemo ab 20 Uhr, ca. 3000 TeilnehmerInnen |
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| Alle Banken in Kreuzberg und drumherum mit Stahlplatten u.ä. geschützt |
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| Bullen am Heinrichplatz |
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| Bullen werden nicht ernst genommen |
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| Kreuzberger Jugendliche mögen keine Bullen |
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| Glascontainer auf der Straße |
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| Widerstand gegen den Polizeistaat! |
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| Oranienstraße |
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| Oranienstraße |
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| Container brennen in der O-Straße |
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| Punkrock in Kreuzberg :-) |
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Revolutionäre 1. Mai 2006 in Berlin-Kreuzberg K36 Bilanz
mit Fotos
Ein Autonomes 1. Mai Plenum hatte zu einer unangemeldeten Demonstration um 18 Uhr auf dem Oranienplatz aufgerufen. Der gesamte Kreuzberger Kiez war bereits total voll von feiernden und neugierigen Massen wegen des sog. "Myfest" aber auch wegen dem traditionellen Fest mit Politständen auf dem Mariannenplatz, aber natürlich auch wie in jedem Jahr in Erwartung auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo im Kiez.
Bereits vor 18 Uhr saßen Zivilpolizisten am Oranienplatz herum und kauten Sonnenblumenkörner oder taten so als ob sie Bier tranken. Angekündigt war es, eine Spontandemo am O-Platz schon bei Beginn verhindern zu wollen. Derweil spazierten viele Menschen wegen der angekündigten Spontandemo Richtung O-Platz oder warteten in der Oranienstraße.
Jedoch ging es in für "Autonome" erstaunlicher Pünktlichkeit um ca. Punkt 18 Uhr am Rande des Oranienplatzes los, ein Transpi und zahlreiche Fahnen tauchten auf und im schnellen Tempo zogen ein paar hundert Menschen durch die Oranienstraße. Die Demo ging lautstark mit dem Transpie "Kein Krieg, Kein Hartz! Kein Demoverbot! 1. Mai - Straße frei" durch die Straßen im Kiez, zahlreiche Parolen wie "Hoch die Internationale Solidarität" oder "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" wurden gerufen, teils waren Menschen vermummt. Schnell schlossen sich immer mehr Menschen der Demo an, bei der 2. Runde durch das "Myfest", welches ebenfalls angekündigt hatte, mittels Bühnen und sog. "friedlich Feiernden" die Spontandemo verhindern zu wollen, waren es zwischen 1000 und 1500 Menschen.
Die Zivilpolizisten und PMS (Berliner Sondereinheit) und ihr Einsatzchef liefen irgendwann seitlich an der Demospitze und hatten vor, Menschen aus der Demospitze herauszugreifen um die Demo zu beenden. Jedoch mußte sich diese Zivieinheit bei der 2. Demorunde in der Oranienstraße zurückziehen, sie hatten die Order vom Polizeipräsident bekommen, zu diesem Zeitpunkt im Myfest nicht die Demo zu eskalieren, da sich bereits zu viele Demonstranten angeschlossen hatten und es natürlich auch überall Zustimmung von den ZuschauerInnen des Festes gab.
Diese Spontandemonstration führte auf das Mariannenplatzfest, wo sie dann aufgelöst wurde. Weitere Gruppen der Berliner Zivil-Sondereinheiten (PMS und Co) - ca. 50 wie es hieß, waren in der Naunynstraße und sind dann zum Mariannenfest geeilt um dort auf dem Fest als auch drumherum noch "OrganisatorInnen" der Spontandemo ausfindig zu machen, was ihnen allerdings nicht gelang. Es gab keine Festnahmen. Protection 05 - arbeitslose Jugendliche die vom "Myfest", Kotti e.V., der Naunynritze (bezirkliches Jugendzentrum) und der Polizeidirektion 5 ausgebildet wurden, auch um sich DemonstrantInnen in den Weg zu stellen, hatten von ihrem Chef die Order bekommen, sich doch nicht einzumischen, damit sie nicht Ziel von Attacken durch "Autonome" oder durch MigrantInnen-Kids aus Kreuzberg werden - letztere haben ebenfalls kein Bock auf diese angehenden Hilfspolizisten. Im Internet wurde im Vorfeld ausführlich über die Funktion von Protection05 und dem Myfest als "Aufstandsbekämpfungsprojekt" aufgeklärt, so dass die Myfest-Organisatoren angesichts der breiten Zustimmung im Kiez für eine Revolutionäre 1. Mai Demo in K36 wohl kalte Füße bekommen hatten - sie wollten nicht zur Zielscheibe werden.
Das Myfest füllte sich immer weiter.
Inzwischen hatte sich auch Körting & Co und verschiedene Politiker diverser Parteien in ihrer Stammkneipe am 1. Mai, der Tapas-Bar "Sol y Sombra" westlich vom Oranienplatz eingefunden und sinnierten teils über alte Zeiten. Traditionell treffen sich in dieser Kneipe/Restaurant jedes Jahr die Politiker und Behördenmenschen um ebenfalls live am 1. Mai dabei zu sein, wahrscheinlich berichtete dort auch Bullenpräsident Glitsch von seiner Erfahrung, angeblich auf der 1. Spontandemo - zumindest seitlich und in Sichtweite mit der PMS-Sondereinheit - dabei gewesen zu sein.
Gegen 20 Uhr entstand spontan eine weitere Revolutionäre 1. Mai Spontandemonstration mit dem Fronttranspi: "Myfest ist Scheiße - Für einen Revolutionären 1. Mai". Die Demo wurde angeführt von zahlreichen Jugendlichen - es schlossen sich nach einer Runde durch den Kiez an den Bühnen vorbei immer mehr Jugendliche aber auch "Berufsjugendliche" jeglichen Alters an. Vor allem gab es jetzt die berühmte "Kreuzberger Mischung" von kurdisch-, türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, Jungprolls, Präkarisierte, Studenten, Altprolls, Autonomen, Antifas, Punks, Revolutionäre-1.-Mai-Touristen aus verschiedenen Ländern usw. Inhalte wurden auf die Straße getragen indem durchgängig Parolen gerufen wurden, wie "Viva la Revolucion" "Hoch die Internationale Solidarität" "USA - Internationale Völkermordzentrale" "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" oder "Randale - Bambule - Rütlischule", "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord" "Nie wieder Deutschland" , etc. Die Demo drehte bis zur Dämmerung mehrere Runden durch den gesamten Kiez an sämtlichen Bühnen vorbei von wo aus sich immer mehr Menschen der Demo anschlossen, so manche Bühne am Rand begrüßte die Demo, bei den Kurden gabs revolutionäres Liedgut. Zeitweilig waren es ca. 3000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde. Siehe Zeitungsartikel vom 2.5., Morgenpost, "Security-Projekt Ziel des Hasses der Autonomen"
http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/2006/05/02/berlin/826377.html Der Artikel bezieht sich unter anderem auf den Indymedia-Artikel über das Myfest-Aufstandsbekämpfungsprojekt: http://www.indymedia.ch/frmix/2006/04/40255.shtml
Die Zivil-Bullen-Gruppen und PMS waren teils bekannt und konnten daher nicht unentdeckt agieren, da einige von ihnen mit Foto im Vorfeld auf einer Internetseite veröffentlicht wurden: http://sondereinheit.fateback.com , wie ein Artikel auf Indymedia berichtete: http://de.indymedia.org/2006/05/145183.shtml
Eine Einsatzzentrale wurde dieser Einheit von "Kotti e.V." (Kreuzberger Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit Quartiersmanagement und der Polizeidirektion 5) in der Adalbertstraße 87 zur Verfügung gestellt.
Irgendwo flogen die 1. Flaschen. Am Heinrichsplatz wurden die am Autohaus stehenden Bullenwannen mit Steinen und Flaschen angegriffen, als dies massiver wurde stürmte die 1. Einheit der Polizei auf den Mariannenplatz. Dort eskalierte die Polizei weiter so daß immer mehr Menschen sich an den Scharmützeln beteiligten. Die postierten Ziviaufklärer hatten keine Handhabe mehr. Irgendwann nach mehrmaligem Hin- und Her brannten die ersten Müllcontainer die in der Oranienstraße Richtung Görlitzer Bahnhof auf die Straße geschoben wurden. Das rießige Feuer und die Rauchschwaden machte immer mehr Menschen aus den umliegenden Straßen aufmerksam auf den Kampf gegen die Bullen so daß immer mehr hinzukamen als auch in anderen Straßen die sich nach und nach verteilenden Bullengruppen von Menschen angegriffen wurden bzw. versucht wurde, diese Bullen aus den Kiez zu drängen. Glascontainer sind umgekippt worden und am Görlitzer Bahnhof wurde ein Luxuswagen umgekippt und verbrannt.
Die Bühnen spielten wärend der Auseinandersetzungen mit den Bullen ihre Musik weiter und boten so gute Aufenthaltsflächen für alle, um sich von den Bullen zurückzuziehen. Erstmal war ein Flutlicht von den Bullen am Heinrichsplatz installiert worden, da der Platz wahrscheinleich von oben aus einer Wohnung südlich des Heinrichsplatz heraus von Bullen abgefilmt wurde.
Die Kosten für den Einsatz der 1200 Bullrn-Unterstützungskräfte des Bundes und anderer Bundesländer liegen bei 750 000 Euro. Am 1. Mai gab es 107 Festnahmen, 66 Polizisten sollen verletzt worden sein, doppelt so viele als im letzten Jahr.
Video von Bullenbesetzung am Heinrichplatz: http://www.interpool.tv/video/kreuzberg2006.wmv
Wie immer endete alles zu später Stunde, in irgendeiner Kreuzberger Lieblinkskneipe.
Fazit:
Eine Spontandemo und Revolutionäre 1. Mai Demonstration im Kreuzberger Kiez lässt sich nicht verbieten oder blockieren, auch nicht durch das Myfest - im Gegenteil: durch die vielen Menschen im Kiez ist es jederzeit möglich eine Demonstration anzufangen. Da es in diesem Jahr Drohungen seitens der Sicherheitsbehörden via Presse gab, hatten sich wohl viele bei der 1. Spontandemo relativ zurückgehalten bzw. wurden nicht so viele Transpis und Fahnen mitgenommen, um nicht im Vorfeld aufzufallen. Die 2. Demo, die mit ein paar Fahnen und einem Transpi gestartet wurde und schnell auf ca. 3500 Menschen anwuchs zeigte aber, daß es zu jeder Zeit ab 18 Uhr möglich ist eine große und lautstarke Demo zu organisieren, im nächsten Jahr sollten daher noch mehr Fahnen und Transparente in diese Demos mitgebracht werden, und Megafone.
Mit dem Revolutionären 1. Mai 2006 wurde eine weitere "Tradition" der Revolutionären 1. Mai Spontandemos in Kreuzberg 36 eingeführt: sich den Kiez nicht nehmen zu lassen und einfach mal auf das "überflüssige Ritual der Anmeldung" - wie es im Vorfeld in einer Pressemitteilung des "Autonomen 1. Mai Plenum" hieß, "zu verzichten"!
Im nächsten Jahr sind es 20 Jahre Revolutionärer 1. Mai und kurz danach sind die Proteste, Demos und Aktionen gegen den kommenden G8 Gipfel 2007 in Heiligendamm. Viele Gruppen haben bereits jetzt für den Revolutionären 1. Mai 2007 zu einer großen gemeinsamen Demo in Berlin-Kreuzberg aufgerufen, um einen Auftakt für die Anti-G8-Proteste im nächsten Jahr in Berlin am 1. Mai zu organisieren.
HERAUS ZUM REVOLUTIONÄREN 1. MAI 2007! SPONTANDEMO: 18 UHR ORANIENPLATZ
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT! |
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Inhaltliche Ergänzungen
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Nicht inhaltliche Ergänzungen
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- auf der 2. Demo am Abend (das war wirklich eine Spobtandemo) waren dann vielleicht noch mal 800 Leute - 3000 ist völliger Unsinn - was soll diese Lügerei?
Die einzige Demo, die an diesem Tag mehrere tausend Leute zusammenbrachte, war die Mayday-Demo, die von einem breiten Bündnis (organisiert überwiegend von anarchistischen, undogmatischen kommunistischen, autonomen Gruppen) organisiert wurde. Schätzungsweise nahmen dort zwischen 4000 und 5000 Leute teil.
Bericht und Fotos: