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 :: Zur tendenziösen Berichterstattung von TeleBärn ::
 Themen | Medien/Netzaktivismus | Repression/Knast | WEF 21-01-2008 01:00
AutorIn : tele.blöd
Die Berichterstattung des Lokalsender TeleBern ist das Paradebeispiel einer tendenziösen Berichterstattung und vielleicht (?) einer näheren Betrachtung durchaus wert. Er zeigt auf, wie die modernen Massenmedien Meinungen produzieren, statt sachlich zu informieren.
Bereits der Titel des Beitrages ist wertend: "illegale Anti-Wef-Demo". Diese Bezeichnung wird im der Sendung jedesmal benützt, wenn es um die nicht bewilligte Demonstration geht. Auch DemonstrantInnen werden nur "Anti-WEF-Gegner" genannt. Auf Inhalte wird sowieso nicht eingegangen. Bilder der friedlichen Demo werden nur sehr kurz gezeigt, aus Polizeiperspektive. Danach folgen mehr oder weniger nur Festnahmen mit mehr oder weniger offenen Ratschlägen an die Politik/Polizei, die der fernsehzuschauende Bürger, der am selbigen Tag nicht in Bern war, nur noch an GRÜNESPCVPFDPSVP weiterreichen muss. In der Folge ein Auszug aus der Sendung vom 19. Januar 08:

Moderatorin Marieke Kruit: "Ab 4 Uhr nachmittags ging es los (...) rund 200 Anti-WEF-Gegner haben sich mit der Polizei eine Schlacht geliefert (...) Gegen 4 Uhr, Demonstranten versuchen vom Waisenhausplatz Richtung Bahnhof zu kommen, darauf ab setzt die Polizei das erste mal Tränengas und Pfefferspray ein. Die Demonstranten schmeissen Rauchpetarden. (...) Kurz vor Redaktionsschluss kommt es zu ersten Scharmützeln. Zwischen Zytglogge und Bärengraben spitzt sich die Situation zu."

- Die "Demonstration" beginnt also erst mit einer (frei erfundenen) Schlacht. Vorher hat sie gar nicht existiert. Es geht erst dann überhaupt los. Während Polizei ätzende (!) Reizgase, einsetzt, welche im Kriegsfall nach Genfer Konvention verboten wären, "schmeissen" die Demonstranten. Was wir auch immer über die Lage erfahren haben (z.B. dass es zu gar keinen Strassenschlachten gekommen ist), jetzt jedenfalls spitzt sich diese Lage zu (obwohl ja vorher schon "Schlacht" herrschte).

[Videobeitrag vorbei]

Moderatorin: "Die Lage in Bern spitzt sich also je länger je mehr zu. Wef-Gegner und Polizisten lieferen sich Scharmützel in der Innenstadt."

- Wer an diesem, für die Umstände, sehr ruhigen Samstag in der Stadt war, kann kaum glauben, was hier aller Ernstes im Fernsehen erzählt wird. Sofort denkt man an grosse Ausschreitungen, Strassenschlachten - erstaunlicherweise werden keine Bilder des 6. Oktobers eingeblendet. Immerhin hat man ein- zwei Festnahmen, eine überforderte Polizei und ein hektisches Durcheinander von verschiedenen Polizeieinheiten, die mit viel Aufwand ein- zwei Festnahmen machen und dabei aussehen, als sei ihnen erzählt worden, dass die Demonstranten sie umbringen wollen. Dazu kommt ein kurzer Wasserwerfereinsatz und ein- zwei Tränengaspetarden. Das dies trotz der harmlosen Situation geschah, lag wohl eher an der perfekten "Trainingssituation" für die kommende EM08, als an dieser "sich zuspitzenden Lage".

Moderatorin: "Am Telephon hab ich jetzt unseren Reporter, Markus von Kännel. Markus, wie ist die Lage vor Ort im Moment?"

Markus von Känel: "Im Moment, die Lage hat sich überhaupt nicht entspannt. Man hat sich wieder am Bahnhof zusammengerottet. Demonstranten und Polizei - es ist den ganzen Tag schon ein Katz- und Mausspiel. Jetzt ist man wieder hier. Vorhin wurden wieder Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Und es hat hier auch Verhaftungen [oder Verhandlungen?] gegeben. Das ist der momentane Stand."

- Die Lage hat sich also nicht entspannt, nein, die "Anti-WEF-Gegner" versuchen sich am Bahnhof zusammenzurotten. Natürlich ist wieder Tränengas und Wasserwerfer zum Einsatz gekommen. Die Lage ist also immernoch gleich furchtbar wie vorhin. Ein Art Bürgerkriegsszenario denkt sich der Fernsehzuschauer, und denkt dabei automatisch an den medial-zugespitzten 6. Oktober (bei dem ja auch einfach immer nur das umfallende Milchkesseli gezeigt wird und der Bank der auf SVP-Weyeneth geschleudert wird, nicht jedoch die völlig gewaltfreie Sitzblockade vor der Nydeggbrücke, die von der Polizei mit Tränengas und Gummischrott beschossen wurde - in moderner machtpolitischer Rhetorik nennt sich dies übrigens präventiver Erstschlag zur Selbstverteidigung).

Moderatorin: "Ja es tönt heftig. Hat die Polizei alles im Griff?"

Markus von Känel: "Kann man so nicht unbedingt sagen, dass Katz und Mausspiel geht seit mehreren Stunden, es ist so dass sich Demonstranten immer an einem Ort zusammenrotten (...) dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los. Man ist vorhin auch zum Haus des amerikanischen Botschafters und wollte dieses stürmen. (sic!) Dort ist Tränengas und ebenfalls Wasserwerfer eingesetzt worden und auch Verhaftungen gemacht. Aber richtig gross durchgegriffen hat man eben noch nicht." (sic)

- Die Polizei hat also nicht unbedingt alles im Griff. Es muss also demnächst noch aufgestockt werden. Auch die EM08 erfordert dies. Zudem die islamischen Terroristen und die Anti-WEF-Gegner! Eben wurde doch sogar versucht das Haus des amerikanischen Botschafters zu stürmen. Ich muss zugeben, ich war nicht vor Ort, aber dennoch wäre es wirklich sehr erstaunlich gewesen, wie diese 200 Demonstranten gegen die Polizei das Haus des amerikanischen Botschafters hätten stürmen wollen. Ich nehme zudem an, dass dieses Haus eher im Kirchenfeldquartier liegen dürfte und nicht neben dem Loeb-Egge. Es scheint sich hier um eine frei erfundenen Einschub zu handeln, der weder per Film-Aufnahmen oder sonstiges dokumentiert wird.

Moderatorin: "Ja ist es absehbar, wie lange dass das denn noch geht?"

- Eine Suggestivfrage; wie lange braucht denn jetzt die Polizei denn noch, um dieses Gesindel und dieses Treiben aus der Stadt zu prügeln?

Markus von Känel: "(...) Es kann die ganze Nacht dauern, ausser denn die Polizei macht einen richtigen Schlag, und versucht alle einzukesseln und zu verhaften." (sic)

- Hier gibt der Reporter gleich offen Ratschläge an Politik/Polizei, wie denn vorzugehen sei.

Moderatorin: "Mehr Infos zu der illegalen Anti-WEF-Demo (...), in den 'News'".

- Noch einmal das Wort mit den zwei Bindestrichen wiederholen. So als eine Art "Zusammenfassung".


Anmerkungen
Kursive Heraushebungen von mir. Das Original-Video findet sich hier: http://www.espace.ch/artikel_472537.html - Mensch beachte die uniforme Gestaltung der Homepage(s) der BernerZeitung, des Bunds und Telebärn als Meinungs-Unternehmen espace.ch. Das Video ist/war auch unter den jeweiligen Beiträgen der BernerZeitung und des Bundes zu finden. Falls sie denn überhaupt noch eigenen Berichte geschrieben haben.
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  Sturm des Botschafterhauses
21.01.2008 17:15  
Soviel ich weiss wird im Monbijou die neue us-Botschaft gebaut, an der Sulgeneckstrasse. Wir wurden beim Bubenbergplatz/Schwanengasse von der Polizei angegriffen, so dass wir die Sulgeneckstrasse hinunter flohen. Diese Flucht wurde anscheinend von der Polizei (und scheinbar auch manchen Medien) dahingehend gedeutet, dass nun die zukünftige us-Botschaft gestürmt werden sollte. Das erklärt meiner Meinung auch, wieso die Bullen dann so krass ins Monbijou eingefahren ist, mit zig Einsatzwagen und dem fetten blauen Wasserwerfer. Vgl. hierzu den Bericht auf Indy "Bilder von Soldaten während einer Verhaftung".
Zu den espace-Medien: ist schon schlimm, die Gleichmache und Hetze, aber der Artikel im "Bund" (die Espace-zeitung für jene, denen die BZ zu rechts ist) überraschte mich positiv.


AutorIn: ami-schreck
  ami-residenz
22.01.2008 01:31  
der amerikanische botschafter wohnt tatsächlich dort. gerade neben der zukünftigen botschaft, ist aber auch das einzige was an der berichterstattung wahr ist.


AutorIn: botschafter
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