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Akt. 20.10.09; 17:13 Pub. 20.10.09; 17:01
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Zürcher Polizei erhöht Präsenz in der Nacht
Die Stadtpolizei Zürich will mit «erhöhter Präsenz und frühzeitigem präventivem Handeln» gegen zunehmende Respektlosigkeit und Gewalt gegen uniformierte Einsatzkräfte vorgehen. Wer Polizisten angreife, müsse sofort mit Konsequenzen rechnen.
Polizisten seien zunehmender Agressivität und Gewalt ausgesetzt, heisst es in einer Mitteilung der Stadtpolizei vom Dienstag. Vor allem im Langstrassenquartier sinke in den Nachtstunden die Hemmschwelle für Gewalt und Respektlosigkeit. Neben der Polizei würden auch Angehörige von Schutz & Rettung während ihrer Einsätze immer wieder grundlos angepöbelt.
Beinahe täglich würden Polizisten beschimpft, bespuckt oder tätlich angegriffen. Solche Angriffe seien keine Bagatelldelikte, sondern Straftaten - und das müsse wieder verstärkt ins Bewusstsein gerufen werden.
Grössere Polizeipräsenz in der Nacht
Auffallend sei, dass sich häufig unbeteiligte Personen in Polizeiaktionen einmischten und sich zusammenrotteten. Damit könnten aggressive Personen oftmals im Schutz der Anonymität Einsatzkräfte angreifen.
Das Kommando der Stadtpolizei habe deshalb beschlossen, zu bestimmten Zeiten die Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten zu verstärken, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig werde auch der Strassenhandel mit Drogen stärker bekämpft. Die Massnahmen würden in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Zürich umgesetzt.
Die erhöhte Präsenz in der Nacht erfordere eine Anpassung der Ressourcen, schreibt die Statpolizei weiter. So müssten etwa nicht dringliche Anzeigen oder nicht dringliche Dienstleistungen vom Nacht- auf den Tagdienst verschoben werden. Dieser Komfortabbau werde jedoch durch die erhöhte Polizeipräsenz auf der Strasse kompensiert. (sda) |
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Polizeischule Hitzkirch
Neue Formen der Gewalt gegen Polizisten
Polizistinnen und Polizisten sind zunehmend Gewalt und Drohungen ausgesetzt. Dabei geht es vor allem auch um Krawalle, die in Massen begangen werden.
Polizistinnen und Polizisten sind zunehmend Gewalt und Drohungen ausgesetzt. Immer wichtiger wird deshalb das realitätsnahe Training, wie mit Gewalt umzugehen ist, wie die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch (IPH) am Mittwoch demonstrierte.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. 2003 kam es gemäss IPH zu 1125 Anzeigen wegen Gewalt und Drohungen gegen Polizisten, 2008 bereits zu 2024. Dies sei eine Entwicklung, die gestoppt werden müsse, sagte die Sicherheitsvorsteherin des Kantons Basel-Landschaft und Präsidentin des IPH-Konkordats, Sabine Pegoraro in Hitzkirch.
Für die Polizei sei Gewalt und der Umgang damit kein neues Phänomen, sagte Ferdinand Frehner von der IPH. Daniel Kretz, der die angehenden Polizisten in Eigenschutz und Einsatztaktik unterrichtet, stellte aber fest, dass neben dem klassischen Fall, dass sich ein Straftäter gegen eine Festnahme wehre, neue Formen der Gewalt gekommen seien.
Der Mob als neue Herausforderung
Dabei geht es vor allem um Gewalt, die von Massen begangen wird. Als Beispiele nannte Kretz Demonstranten, Fussballfans oder immer mehr auch spontane Zusammenrottungen, die sich gegen die Polizeikräfte richten könnten.
Oft führten die Gewalttäter an, die Gewalt richte sich nicht gegen die Polizisten, sondern gegen die Institution, sagte der Luzerner Polizeikommandant und IPH-Schulratspräsident Beat Hensler. Solche Ausreden könne er nicht gelten lassen, auch wenn sich in vielen Fällen die Gewalt gegen die Polizei richte, weil sie als Institution gerade anwesend sei.
Immer wichtiger wird angesichts dieser Entwicklung das Training für die Polizeischüler, wie sie sich in brenzligen Situationen zu verhalten haben. Dank der Schaffung grosser Ausbildungszentren sei das Training praxisbezogener und professioneller geworden, sagte IPH- Direktor Christoph Tanner.
Grenzen setzen - Grenzen kennen
Die Strategie, die an der IPH gelehrt wird, nennt sich 3-D, wobei die Ds für Dialog, Deeskalation und Durchgreifen stehen. In einer ersten Phase werde versucht, im Gespräch die Situation zu entspannen, nütze dies nichts, werde durch Streitschlichtung deeskaliert. Erst wenn alles nichts genützt habe, werde durchgegriffen, sagte Kretz.
Dabei lernen die Polizeischüler auch, ihre eigenen Grenzen zu erkennen. In harten Trainings wird ihre Stressresistenz aufgebaut. Sie müssen sich auch bewusst werden, wie sie in heiklen Situationen auf die Gegenseite wirken.
Psychologie ist wichtig
Überhaupt werde, neben dem eigentlichen Handwerk, die Psychologie immer wichtiger, sagte Kretz. Letzlich gehe es darum, dass der angehende Polizist Vertrauen in seine Fähigkeiten und Ausrüstung erhalte.
Die IPH ist das grösste Ausbildungszentrum der Polizei in der Schweiz. Jährlich werden 300 bis 400 Polizisten aus den Kantonen Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Solothurn, Uri und Zug dort ausgebildet.
(sda)