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 :: Erlebnisbericht zum 1. Mai 2010 in Zürich ::
 Themen | Repression/Knast 02-05-2010 12:27
AutorIn : Idiot
Wie jedes Jahr ging ich auch dieses Jahr zum 1. Mai. Um gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen zusammen mit meinen GenossInnen. In den letzten drei Jahren wurde ich jedes Mal verhaftet. Jawohl, zusammen mit all diesen Chaoten (wie die Medien uns bezeichnen). Dieser 1. Mai war wohl der frustierendste, den ich jemals erlebt habe. Gar nichts war möglich um zu demonstrieren und aufmerksam zu machen. Die Polizei erstickte alles im Keim und kesselte viele Leute.
Ich selber befand mich am frühen Nachmittag auf dem Kanzleiareal, dem sogenannten revolutionären Treffpunkt. Dieses Jahr wollte ich etwas vorsichtiger sein, um nicht schon wieder verhaftet zu werden. Ich wollte das Konzert zusammen mit meinen Freunden geniessen. Der revolutionäre Aufbau hat wie jedes Jahr wieder ihre Nachdemo gestartet. Sie wurden sofort von der Polizei gestoppt und alle rannten zurück auf das Kanzleiareal. Viele dort Anwesende schmissen Steine gegen die Bullen. Doch etwas war sehr interessant, die Leute vom Aufbau nahmen den Leuten die Steine aus den Händen. Kann man nur Steine gegen Bullen werfen, wenn das gerade für den Aufbau ok ist? Müssen diese denn immer alles unter Kontrolle haben? Warum provozieren sie eine Nachdemo und beginnen Riots. Aber dann soll es eben doch nicht richtig losgehen? Was soll denn das?

Sich taktisch immer wieder auf dem Kanzleiareal zu treffen, obwohl die Bullen alles durchschaut haben, ist echt blöd, genauso wie ihre marxistische, fundamentalistische Theorie. DerbWiderstand am 1. Mai ist für die Bullen total kontrollierbar geworden. Klar ist das Kanzleiareal symbolisch "unser" Ort, aber wenn wir nicht "flexibel und überraschend" bleiben, dann haben wir schon verloren, wie wir es doch gestern gesehen haben. Der revolutionäre Aufbau wird sicher sagen: "Das war ein Erfolg, weil viele Menschen verhaftet worden sind", damit können sie zeigen wie die Schweizer Demokratie ist. Eigentlich ist ja eine Nachdemo nichts anderes, als einfach Repression zu "bringen". Damit die Kapitalisten wieder einen Grund haben, gegen uns Repression anzuwenden. Das Schlimmste für mich ist, dass ich gemerkt habe, dass ich einfach nur ein "ausnutzbares Objekt" für eine Gruppe bin. Damit sie eben stark werden oder bleiben.

Ich gehe zurück in der Geschichte, es gab ein "Geplänkel" mit dem 1. Mai Komitee, welches keine Lust mehr hatte, dass die Militanten sich bei ihnen auf dem Kasernenareal versteckten und die Bullen das benutzten um das offizielle 1. Mai-Fest anzugreifen. Das 1. Mai Komitee distanzierte sich somit von "Gewalt". Jetzt warum denn gab es diese "Spaltung", wenn doch jetzt beim revolutionären Treffpunkt, Militanten die Steine aus den Händen genommen werden? Beim Kessel vom Kanzleiareal gab es kaum Leute vom Aufbau. Es wurden keine Parolen geschrieen, es gab fast nur besoffene Punks und das Niveau war tief. Es hat mich sehr gestört, in dieser unpolitischen Stimmung und eben ein Opfer zu sein für eine bestimmte Gruppe. Viele wurden verhaftet und weggebracht. Auch im Knast ging diese Stimmung weiter, sexistische Reden gegen Bullen, Homophobie aus Spass. Ich war ungeduldig und froh, als sie mich wieder rausliessen.

Ich bin sehr wütend, dass es Gruppen gibt, die tote KämpferInnen, Gefangene für ihre Politik benutzen. Und sich noch heute mühe geben, dass Menschen verhaftet und gefangen werden. Wenn sie wirklich interessiert wären, sollten sie über "marxistische bewaffnete Propaganda" lesen, dann verstehen sie was ich hier meine. Damit wollen sie wohl Demokratie terrorisieren um Repression zu den Leuten zu bringen. Das ist wohl ihr Erfolg?

Ich habe nichts mehr zu sagen, nur dass ich nichts mehr mit dem Aufbau und andere KommunistInnen zu tun haben will. Und ich bin kein ausnutzbarer Idiot.

Viele Grüsse
Es lebe die Anarchie und der 1. Mai!!



 :: 5 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  @Idiot
02.05.2010 12:56  
Hast du ernsthaft das Gefühl, es sei wahnisinnig schlau, vom revolutionären Treff aus Steine zu schmeissen, wo immer noch Leute die Bar betreiben, politische Infostände sind und musikalisches und politisches Program ablaufen?
Es sollte an diesem Tag möglich sein, dass jeder und jede selber bestimmt, was er oder sie tun will. Wenn wegen ein paar Kiddiepunks die Steine vom sicheren Kanzleiareal aus werfen, der ganze Treff eingegast und zusammengeschrotet wird, auf dem sich eben auch gerade Leute aufhalten, die sich vielleicht keine Konfrontation mit den Bullen zutrauen, dann ist das wohl nicht gerade solidarisches Verhalten.
Es gibt wohl an diesem Tag genug Gelegenheiten für Strassenkämpfe, ausserhalb eines Areales und wenn man sich nicht ganz so blöd anstellt wie du, wird man auch nicht jedes Jahr dabei verhaftet.


AutorIn: egal
  Pech gehabt.
02.05.2010 14:34  
Dass die Leute vom Aufbau sich mal dazu aufraffen konnten, Leuten die Steine aus der Hand zu nehmen, die das Wort militant mit möglichst ziellosem Handeln und reinem Produzieren von Sachschaden verwechseln, finde ich absolut lobenswert. Fast wäre ich versucht, meinen hier auf Indymedia geposteten Thread zu relativieren und Asche über mein Haupt zu streuen. Aber so weit möchte ich dann doch nicht gehen. EINE Schwalbe macht für mich noch keinen Frühling.
Für Dich, Idiot, möchte ich noch anfügen, dass Deine Distanzierung vom RAZ auf theoretischer Ebene durchaus Sinn macht, vor allem wenn Du Dich als Anarchist siehst. Es wäre allerdings kein Fehler, wenn Du Dir mal durch den Kopf gehen lassen würdest, ob anarchistische Taktik zwingend heissen muss, dass man voraussehbar wie die Jahreszeiten am 1. Mai durch den Arbeiterkreis der Stadt Zürich krakeelt und den Pausenclown für die Medien macht.
Mit freundlichen Grüssen
Ein frustrierter Altautonomer, der seinen Arsch nicht mehr hochkriegt, weil er vor Ehrfurcht vor so vielen hochpolitischen Steinwerferchen fast erblasst.


AutorIn: Black dog
  MINE
02.05.2010 15:57  
ehmmm hier wird mehr über politik diskutiert als gestern gesamthaft rübergekommen ist.
ich kann nur sagen ich schliesse mich dem vorpster an der seinen arsch nicht mehr hoch kriegt aber aus ganz anderen gründen.
ca 350 personalfeststellungen und ca 80 sind noch in haft. was für ein glorreicher tag für die bullen und die staatskasse...
ein verregnetes fest und viele die nun ihre wunden lecken oder sich rühmen ich hab da ein stein geschmiessen ich hab da was gemacht.
und ah ja genau in seiten strassen angreifen usw was auch so ein kluges köpfchen gesagt hat. :-) hat ja alles super geklappt zum teil sind sie gruppenweise den bullen in die arme gelaufen oder waren so auffällig gekleidet das sie am abend am hb noch identifiziert wurden und verhaftet wurden.
mal ehrlich für die einzigen die der gestriege tag ein ein erfolg war sind die bullen, telezüri und die svp. die bullen bekommen das bussen geld weil die menschen zu unorganisiert sind gemeinsam diese entscheide anzufechten. das telezüri mit ihrer spezialsendung gestern den ganzen tag und stündlicher aktueller bericherstattung hat ihnen sicher eine grosse zuschauerzahl bescheert. und die svp die einmal mehr die abschaffung des 1 mai fordern darf und kann.

wer da noch behauptet der tag war ein erfolg sorry aber da kann ich nur noch lachen.

ah ja aber das beste war das interwiev von A. S. im telezüri. selten so gelacht und gesehen wie sich ein mensch lächerlich machen kann.
2011 ist der 1 mai an einem sonntag und ich denke die messe an diesem tag wird mehr inhalte rüberbringen als das komite, gaffer, und all diese möchtegern revoluzer.
ach ja ein tip geht doch das nächste mal gleich zur urania und stellt euch freiwllig viel mehr können sie ja nicht mehr aufnehmen und vielleicht kriegt ihr ja mengen rabatt wenn ihr euch gleich gruppenweise meldet. sorry aber da geht mir jeglicher sinn fürs verständniss und solidarität ab wenn ich sehe wie sau blöd sich gestern die leute vom aufbau bis hin zum gaffer angestellt haben.


keine solidarität mit krawalltouristen oder aufbau denn sie sind schuld an dem was aktuell passiert und ist. wenn mensch sieht es geht nicht dann verschieben oder strategie ändern aber diesen spruch ***Die strasse zurück errobern*** stinkt langsam mehr als das gas das gestern verspüht wurde.


AutorIn: OJE
  @ egal
02.05.2010 18:17  
der punkt ist nur, lieber egal, dass der aufbau einem früher elend zusammengeschumpfen hat, wenn man sie in ähnlichen situationen darauf hingewiesen hat, dass es nicht immer sinnvoll ist, steine zu schmeissen ("jeder ausdruck soll am 1. mail möglich sein", "ihr bremst nur die dynamik" etc.) und es schon paradox wirkt, wenn das nun der selbe aufbau ebenfalls macht.
genau gleich mit den konzerten: als das 1.mai-komitee im 2003 ein konzi mit (glaub chumbawamba) auf dem helvetiaplatz organisierte, war es der aufbau, der fand, konzerte seien dem 1.mai nicht würdig, denn es sei ein arbeitskampf. nun machen sie ebenfalls konzerte. früher warf der aufbau dem komitee vor, dass sie es ihnen nur noch ums festen ginge, wer darauf hinwies, dass verschiedene ausdrucksformen (also auch feiern) teil des 1.mais seien, der war ein reformisten-verräter.
wenn wer hier in einem kommentar erwähnt, dass er es daneben findet, wenn der aufbau ihn vom steinschmeissen abhält und du, egal, daraufhin erwähnst, dass es nicht in jeder situation sinn macht, steine zu werfen (womit du recht hast), dann bedenke dabei auch mit, dass der aufbau vor einigen jahren leute, die so argumentiert haben, als reformisten-verräter beschimpft hat.


AutorIn: peterdergrosse
  strategieänderung
03.05.2010 00:03  
Die erfahrung der letzten jahre hat gezeigt, dass das fest auf dem kanzleiareal kontraproduktiv ist, zumindest wärend des tages. Seit das fest auf dem kanzleiareal existiert, ist keine wirkungsvolle nachdemo mehr möglich, ohne dass irgendwem dafür die schuld in die schuhe geschoben werden soll.

Deshalb ist es für die revolutionären kräfte an der zeit, sich von der rolle eines alternativ-1. mai-ok zu verabschieden. Wir sollten uns auf die strasse konzentrieren, nicht um "freiräume", die ohne weiteres von den bullen überrannt werden können.

Einen nächsten ersten mai jenseits von gewerkschaftsintegrationspolitik können wir - wenn die bullen den helvetiaplatz besetzen - ohne weiteres auch in die enge oder ins seefeld verlegen. Oder natürlich auch an den züriberg, kirche fluntern als nachdemotreff beispielsweise.

Frischen wind für das bürgertum! Weiterhin freie sicht aufs mittelmeer!


AutorIn: ja
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. Farbanschlag auf Winterthurer Stadthaus — farbe
  2. Draussen bleiben — ausländer
  3. ja aber — idiot
  4. Das alternative 1. Mai-Komitee — egal
  5. der aufbau ist an allem schuld... — solidarische grüsse aus bern
  6. krakeln — hoelzl
  7. liebe bonzenkinder — mafalda
  8. solidarität — mafalda
  9. die angst der bourgoisie — ROFL
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