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 :: Medienmitteilung zur RTS in Aarau (3.12.11) ::
 Themen | Wohnungsnot/Squat 06-12-2011 08:54
AutorIn : Nachttänzer_innen
Am Samstag, 3. Dezember 2011 fand in Aarau eine Reclaim the Streets mit teilweise über 300 Personen statt.
Medienmitteilung zur Nachttanzdemo vom Samstag, 3. Dezember 2011, Aarau


Discokugeln statt Blaulicht – Freiräume erkämpfen und verteidigen

Am Samstag, 3. Dezember 2011 trafen sich ab 20.30 Uhr in Aarau viele Jugendliche und Junggebliebene zu einem nächtlichen Tanzvergnügen. Die Polizei war bereits seit geraumer Zeit beim Treffpunkt aber auch in der Altstadt oder am Bahnhof präsent. So kam es vor allem am Bahnhof zu Vorkontrollen bei verdächtig aussehenden Personen. Diese wurden in einem abgetrennten Raum kontrolliert, gefilmt, die Personalien registriert und es wurden auch legale Gegenstände beschlagnahmt. Einige duzend Personen wurden vorübergehend festgehalten. Trotzdem setzte sich gegen 21 Uhr die Nachttanzdemo in Bewegung.

Auf dem Live-Wagen spielte eine Ska- und eine Punk-Band, während auf dem Psytrance- & Progressivtrance-Wagen drei DJs für Stimmung sorgten. Verpflegt wurden die Nachttänzer_innen an der fahrenden Bar mit Bier, Glühwein und veganen Sandwiches, zudem war eine mobile Flämmlibar unterwegs. Während des Umzugs wuchs die Demonstration auf 300 bis 400 Personen an. Die Stimmung war durchwegs friedlich, trotz der provokativen und übertriebenen Polizeibegleitung. An der Spitze der Demo wurden zwischendurch Parolen gerufen und kleine Feuerwerkskörper gezündet.

An der Bahnhofstrasse auf der Höhe vom Penny, sammelt sich mehrere Nazi-Hools, welche die Demoteilnehmer_innen, durch eindeutige Gesten und fotografieren provozierten. Nach einem kleinen Halt und einigen kräftigen antifaschistischen Parolen zog die Demo weiter um die Partygänger_innen nicht zu gefährden.

Um ca. 22 Uhr als sich der Umzug auf der Laurenzenvorstadt höhe Kaserne befand, kam es zu einem kurzen Zwischenfall. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Ausser einer lautstarken akustischen Intervention, worauf ein Pfefferspray-Einsatz der Polizei folgte, wurde leider nichts unternommen. Zukünftig wird die Reaktion in solchen Fällen hoffentlich anders ausfallen.

Als wäre nichts gewesen, führte die Demo anschliessend ohne weitere Zwischenfälle durch die Altstadt, über die Kettenbrücke und am Schluss in den Schachen. Dort angekommen fand noch ein Abschluss-Hiphop-Konzert statt. Kurz nach Mitternacht löste sich die Kundgebung im Schachen auf und ging in eine Progressiv-/Psytrance Party etwas ausserhalb von Aarau über. Wiederum nahmen sich Menschen ohne danach zu fragen Raum, um selbstbestimmt bis in den nächsten Mittag zu tanzen.


Reclaim the Streets – Squat the World

Während die Medien im Nachhinein versuchen den Umzug als unpolitische Tanzparty von «Linksautonomen» abzutun, steckt weit mehr dahinter. Während des Umzugs wurden hunderte von Flugblätter verteilt, in welchen die momentan herrschenden Verhältnisse kritisiert wurden. Die Nachttanzdemo war eine Möglichkeit, sich den öffentlichen Raum, welcher mehr und mehr privatisiert, kommerzialisiert und überwacht wird, zumindest vorübergehend wieder anzueignen.
Obwohl der Stadtrat, Marcel Guinard dies bestreitet, bestehen seit über 20 Jahren in Aarau die Bemühung nach selbstverwalteten Freiräumen.

Freiräume in Form von besetzten Häuser oder autonomen (Kultur-)Zentren schwinden zusehends oder haben zumindest mit Repression oder der Medienhetze zu kämpfen. Das gleiche gilt auch bei Wagenplätzen, wo ein anderes Zusammenleben ausprobiert werden kann. Aber auch als Individuum wird mensch versucht, in das schöne und saubere Stadtbild zu passen. Wer dies nicht tut kann mit vermehrten Kontrollen oder sogar Wegweisungen rechnen. Dies sind nur ein paar, von wahrscheinlich sehr vielen Gründen, weshalb sich am Samstag so viele Menschen in Aarau getroffen haben. Der Umzug bestand auch nicht nur aus sogennanten «Linksautonomen», sondern aus verschiedensten Menschen die sich mit dem Status quo nicht anfreunden können bzw. wollen.

Die Kantons- und Stadtpolizei hat wieder einmal eindeutig ihr Fingerspitzengefühl unter Beweis gestellt. Frühzeitig haben wir die Stadt und Polizei über den Umzug und unsere Absichten informiert. Trotzdem waren sie mit einem übertriebenen Aufgebot (sichtbar) präsent. Vor der Demo fuhr ein Auto der Stadtpolizei sowie zwei Vans der Kantonspolizei. Hinter der Demo fuhren drei Kastenwagen mit, auf welche teilweise zwei Gitterwagen folgten. Die Demonstration wurde von Kantonspolizisten stets auch an den Seiten begleitet und vor allem die Demospitze praktisch ununterbrochen abgefilmt. Weshalb dann noch einen Lokal von Robocops «geschützt» werden musste, können wir ebenfalls nicht genau nachvollziehen. Wieder einmal (wie schon bei der Antirepessions-Demonstration oder beim 1. Mai-Umzug 2010) war das Aufgebot völlig übertrieben.


Für eine revolutionäre Perspektive und ein selbstbestimmtes Leben!

Zum Schluss noch ein Dankeschön an alle Nachttänzer_innen. Es hat uns sehr gefreut, dass ihr alle dem mässig freundlichen Wetter getrotzt habt und mit uns durch Aarau getanzt seid. Solidarität mit allen engagierten Leuten, egal ob in Solothurn, Thun, St. Gallen, Fribourg oder anderswo!


Das ist der Schluss, aber noch lange nicht das Ende…

Nachttänzer_innen


--


Presse/Polizei:

 http://www.ag.ch/kantonspolizei/de/pub/aktuelles/medienmitteilungen.php?controller=Mitteilung&MitteilungsId=8725&navId=Medienmitteilungen
 http://telem1.ch/de/overlayplayer---0--0--0--T000333025.html
 http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/tanzparty-mit-200-personen-in-aarau-verlief-friedlich-116939973
 http://www.youtube.com/watch?v=KZlHpG2MbQs&feature=youtu.be
 :: 5 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Was war los?
06.12.2011 11:18  
Frage einer nichtanwesenden person:

wieso wurde gegen die nazis respektive gegen die bullen nicht, ausser parolen zu rufen, unternommen?

hat man die repression erst zu spat mitgekriegt, waren zuviele bullen da oder hatte man einfach angst?

das muss jetzt nicht hier ausdiskutiert werden, aber bitte unbedingt reflektieren. so ists scheiße, wenn es laut bullen 6 festnahmen gibt und nichts dagegen gemacht wird!


AutorIn: nicht anwesende/r
  Was los war
06.12.2011 12:56  
Wenn du das Communiqué noch einmal aufmerksam durchliest, werden all deine Fragen beantwortet. Meines Erachtens wurde gut reflektiert, was nicht gut lief und es wird auch Selbstkritik geübt. Was es intern noch für Diskussionen gab, lässt sich nur erahnen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das ganze noch ausführlich angeschaut wird oder bereits wurde.

Der ganze Anlass stand enorm auf der Kippe. Einerseits wurde nicht nach einer Bewilligung gefragt und andererseits hatten die Bullen keinen Plan, was sie erwarten wird. Deswegen waren sie total nervös und agressiv.
Am Bahnhof hatte es massig Cops, welche Leute kontrollierten und diese abfilmten. Da kam es meines Wissens zu vier Verhaftungen. Die anderen beiden Verhaftungen waren glaub am Rand der Demo. Das wurde von den anwesenden Menschen spät bemerkt und danach war es wegen des grossen Polizeiaufgebotes nicht mehr möglich, das Abführen der beiden zu verhindern. Die Mehrheit der Besucher_innen waren auch Partygänger, keine Menschen, für die Zusammenstösse mit Cops Alltag sind.
Das war auch der Grund, weshalb die Nazi-Hools aus dem Dunstkreis der FC Aarau-Fangemeinde nicht angegriffen wurden. Im Übrigen wurden sie von vielen Bullen beschützt. Aber es ist ja noch nicht alle Tage…

Noch ein fettes Dankeschön an die Orga, war echt ein klasse Anlass, obwohls halt mit dem Wetter nicht so geklappt hat… Ich komme sicher wieder nach Aarau! Auf ein nächstes!


AutorIn: Besucher_in
  ja aber
06.12.2011 19:57  
Die Nacht war wirklich toll. Wie wir mit der Situation umgehen, wenn Einzelne von den Bullen herausgerissen werden, sollten sich alle aber schon überlegen. Die Aussage eines Teilnehmers: "kommt weiter, der wird auch etwas gemacht haben" gibt mir schon zu denken. Ich habe absolutes Verständnis, dass Organisatoren solcher Demos möchten, dass alles friedlich abläuft. Aber deshalb Kollegen im Stich lassen. Sorry, bin in keiner Gruppe, würde mich aber schon interessieren wie ihr das seht?


AutorIn: Mittänzer
  Es ist immer ein Angriff auf uns alle!
06.12.2011 23:07  
Wie ich das Communiqué verstehe, ist die Orga-Gruppe keinesfalls glücklich mit den beiden Verhaftungen. Sie kündigen ja auch schon ein anderes Vorgehen für die Zukunft an.
Ich denke mal, der Kommentar à la "der wird schon was gemacht haben, selber Schuld wenn er verhaftet wird" wird wohl von irgendwelchen "unpolitischen Partypeople" stammen, nicht von in politischen Zusammenhängen aktiven Menschen.


AutorIn: Tanzwütig
  Flugblatt
07.12.2011 07:32  
Folgendes Flublatte wurde am 3. Dezember 2011 in Aarau an der RTS verteilt:


Discokugeln statt Blaulicht – Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Warum nehmen wir uns die Strasse?

Unsere Städte werden mehr und mehr kommerzialisiert. Dadurch verlieren wir nach und nach auch die letzten übrig gebliebenen Freiräume, wo wir uns aufhalten und uns entfalten können. So werden Leute, die nicht in das schicke Stadtbild passen oder sich das hippe Café nicht leisten können, aus dem öffentlichen Raum verdrängt.

Nicht nur der Alltag wird immer teurer, auch bezahlbare Wohnungen werden dank Quartieraufwertungen und Standortwettbewerb der Städte immer seltener.

Was ist das Problem?

Das Recht, sich in der Stadt aufzuhalten, hat zunehmend nur noch, wer das Geld hat, dauernd zu konsumieren. Denn die Stadt wird nicht von ihren Bewohnern, sondern durch die wirtschaftlichen Interessen von Kapitalist_innen gestaltet.

Ähnlich verhält es sich mit den Wohnungen, welche durch die «Aufwertung» unserer Stadtteile immer teurer werden.

Was wollen wir?

Wir wollen eine Stadt, die von und für ihre Bewohner_innen gestaltet wird. Wir wollen Freiräume in denen wir uns entfalten und austoben können. Wir wollen Wohnungen für alle und nicht nur für jene, die es sich leisten können. Und wir wollen noch viel mehr als das…

Jedoch wissen wir, dass dies im Kapitalismus nicht möglich ist. Denn dieses System basiert darauf, nur Profite für eine kleine Minderheit zu schaffen und dies auf Kosten von uns allen.

Deshalb kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der die Interessen aller berücksichtigt werden, zum Beispiel indem wir gemeinsam auf die Strasse gehen um uns den Platz zurück zu erkämpfen, der uns allen gehört.

Gegen die herrschenden Verhältnisse –
Für eine revolutionäre Perspektive
und ein selbstbestimmtes Leben!

Nachttänzer_innen

-

Rückseite:


Wenn du…

… Schwuchtel, Fotze oder Nigger für normale Umgangssprache hältst, …
… respektvolles Verhalten den anderen Besucher_innen gegenüber überflüssig findest, …
… ein_e Journalist_in oder Polizist_in bist, …
… es geil findest Frauen oder Männer im Gedränge anzutatschen, …

Dann kannst du dich verpissen!

Leute wie dich brauchen und wollen wir hier nicht.
Für ein selbstbestimmtes Leben – Für eine herrschaftsfreie welt!


AutorIn: Nachttänzer_innen
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