|
Die letzten Neuigkeiten aus Warschau:
Eine Pressekonferenz der OrganisatorInnen des Gegengipfels fand am Donnerstag morgen (9. 3. 2004) statt. Es war unserer Reaktion auf die übererregten Reaktionen des Stadtpräsidenten von Warschau und seinen UnterstützerInnen, die die Antiglobalisierungs-Bewegung gegen das EEF als Bedrohung für die Hauptstadt darstellten. Eine große Zahl von JournalistInnen (etwa 50), die alle wichtigen Radio- und TV Stationen repräsentierten, erschienen zu der Pressekonferenz. Unsere RepräsentantInnen wurden von ihnen bis lange nach den Treffen interviewt. Als Reaktion auf unsere Konferenz hat der Stadtpräsident von Warschau, Kaczynski, selber eine Pressekonferenz organisiert, an der er, sein Stellvertreter Stasiak und Oberst Polko teilnahmen. Oberst Polko war bis vor kurzem ein befehlshabender Offizier der Grom, einer Spezialeinheit, die am Krieg im Irak teilnahm. Jetzt ist er der Sicherheitsberater des Stadtpräsidenten während des EEF. Vor der Pressekonfernez hat Kaczynski, der sich selber als polnischer Guliani (?) darstellt, die Antiglobalisierungsbewegung als perfekt organisierte, gefährlich Bewegung dargestellt, die von kleinen spezialisierten Gruppen gebildet wird. Plötzlich wechselte er seine Meinung, nach unserer Konferenz sagte er, er wird nur versuchen die Ordnung während des Gipfel aufrecht zu erhalten und wird keine Meinungen unterdrücken(?). Das wäre der Grund, warum er Polko um Hilfe gebeten hatte. Als nächstes, nachdem er in Betracht gezogen hat, dass während des Gipfel die ganze Stadt vollkommen blockiert werden könnte, hat er dem Präsidenten Polens, Aleksander Kwasniewski, eine ofizielle Anfrage geschickt, um den Gipfel zu verlegen. Von den letzten inoffiziellen Nachrichten wissen wir, das der Ort verlegt wurde, aber kein Mensch kann sagen, wo der Summit stattfinden wird. Eine erste vorsichtige Schätzung besagt, dass der Gipfel im PKiN (Palast für Kultur und Wissenschaften - Kongreßzentrum) etwa 5 Millionen Zloty (ein Zloty ist etwa 1,05 Euro) kosten wird. Offiziell werden die Kosten des Gipfels vom WEF (World Economic Forum) und Privat-Firmen bezahlt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass das eine Lüge ist. Am Tag der Konferenz berichteten alle Radiosender auf positive und verläßliche(?) Art über die Pressekonferenz. Im Vergleich dazu berichteten die meisten Fernseh-Nachrichten wenig vorteilhaft, die Berichte waren mit Bildern von den größten Antiglobalisierungs-Riots unterlegt. TVN, der größte Private TV-Sender, betitelte seinen Bericht "Invasion der Barbaren". Am nächsten Tag konzentrierten sich die Berichte in den Zeitungen auf die zu erwartenden Kosten für die Stadt, sie erwähnte die zu erwartenden Riots trotz der friedlichen Pläne der OrganisatorInnen. Unserer Meinung nach hat sich Rzeczpospolita als das größte Schmierblatt herausgestellt. Diese Zeitung - sie wird vor allem von Geschätsmenschen und BeamtInnen gelesen - hat einen langen Artikel "Anarchy in den Baracken" veröffentlicht. Dieser Artikel hat sich auf eine inoffizielle Idee der Behörden bezogen, die, laut der Zeitung, ein Camp für 20.000 GlobalisierungsgegnerInnen auf dem Gelände des unbenutzten Flughafen Bemowo am Stadtrand Warschaus organisieren wollen. Beide, der BürgerInnenmeister von Bermowo und seine Polizei haben panisch reagiert, nachdem sie diesen Artikel gelesen haben. Spekulationen über die Verlegung des Summit vom PKiN wurden während der letzten Tage laut. Eine endgültige Entscheidung wird am Montag getroffen. Ohne Zweifel - egal wohin sie gehen, wir werden ihnen folgen.
Das den Anti-Summit Wa29 organisierende polnische libertäre Milieu www.wa29.org Warsaw 11.03.2004
Anmerkung: laut der Prager Zeitung vom 25.3. wird das Treffen vom sehr zentral gelegenen Palast für Kultur und Wissenschaften an einen anderen Ort verlegt. ( http://www.pragerzeitung.cz/?c_id=3697) |
|