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Der 17. April ist der Tag der Landlosen – in Gedenken an die Opfer des Massakers von Eldorado dos Carajás im brasilianischen Bundesstaat Pará im Jahre 1996. Die Polizei ermordete damals 19 Landlose während einer friedlichen Demonstration. In Brasilien nahm die Landlosenorganisation MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) diesen Jahrestag zum Anlass, um mit einer grossen Kampagne zur Landverteilung Druck auf die Regierung auszuüben. Einem Heer von landlosen LandarbeiterInnen stehen einige wenige GrossgrundbesitzerInnen gegenüber, die willkürlich mit Recht und Gesetz umgehen.
Ein Überfall auf eine Gruppe von LandbesetzerInnen durch eine vom Schweizer Grosskonzern Syngenta im Oktober 2007 angeheuerte Sicherheitsfirma zeigt, dass auch ein Basler Grosskonzern auf die Methoden der GrossgrundbesitzerInnen zurückgreifen kann. Syngenta hatte im Bundesstaat Paraná genmanipuliertes Saatgut ausgebracht, obwohl es dort per Gesetz verboten ist. LandbesetzerInnen des MST protestierten dagegen; der Konzern setzte die Sicherheitsfirma auf sie an, die einen Aktivisten erschoss und andere verletzte.
Auf Initiative der Organisation „La Via Campesina“ wurde der 17. April weltweit zu einem Protesttag der KleinbäuerInnen und Landlosen. Die Via Campesina vertritt den Grundsatz der Ernährungssouveränität, sie setzt sich für eine umweltfreundliche kleinbäuerliche Landwirtschaft ein, die in erster Linie die Versorgung der lokalen Bevölkerung sicherstellen soll, für Landreformen und gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. In der Via Campesina sind mehrere Hundert Kleinbauern-, Landlosen-, LandarbeiterInnen- und Indigenenorganisationen aus Europa, Amerika, Afrika und Asien zusammengeschlossen.
Bauern und Bäuerinnen aus dem Dreiländereck und engagierte StadtbewohnerInnen werden am 16. und 17. April in Basel verschiedene Veranstaltungen und Aktionen durchführen. Sie haben sich zu diesem Zweck zur „AG Tag der Landlosen“ zusammengeschlossen. Bisher geplant sind Info-Stände, Produkte- Essensstände am 16. und 17. April auf dem Claraplatz. Die Rolle von Syngenta im Prozess der Vernichtung bäuerlicher Landwirtschaft wird dieses Jahr das zentrale Thema sein. Grosskonzerne streben die vollständige Kontrolle über unsere Ernährung an. Gemeinsam mit ProduzentInnen wehren wir uns weltweit dagegen.
Als Zeugen der Situation in Brasilien insbesondere über die Auswirkungen der Politik der Agrarkonzerne im Bundesstaat Paraná werden zwei VertreterInnen der brasilianischen Landlosenbewegung am Basler Aktionstag teilnehmen. Sie werden an einer Pressekonferenz und an einem öffentlichen Informationsabend (am Mittwoch, 16. April, 19.30 Uhr, im Saal des Gewerkschaftshauses, Rebgasse 1) berichten. Am Donnerstag, 17. April wird eine Prozession vom Claraplatz zum Hauptsitz der Syngenta durchgeführt.
Die „AG Tag der Landlosen“ ist offen für weitere Beteiligungen von Gruppen und Organisation am 16. und 17. April. Ein möglichst vielfältiger Aktionstag ist gewünscht. Bereits im Vorfeld und im Nachhinein (Aktionärsversammlung von Syngenta am 22. April) werden begleitende Aktionen stattfinden. Am 29. März findet das nächste Vorbereitungstreffen statt. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
Programm für den 16./17.4.2008:
Mittwoch, 16. April, 19.30 Uhr Gewerkschaftshaus, Rebgasse 1 Podium: «Syngenta hier und weltweit» mit: - Gisele Cassano, Brasilien; Anwältin, vertritt die brasilianische Landlosenorganisation MST im Prozess gegen Syngenta. - Jonas Gomes de Queiroz, Brasilien; MST-Vertreter, Teilnehmer bei der Besetzung des Syngenta-Geländes im Oktober 2007. - Joseph Finantz, Confédération Paysanne Alsace. - François Meienberg, Schweiz; Erklärung von Bern.
Donnerstag, 17. April, ganzer Tag Markt auf dem Claraplatz mit Bioprodukten, Informations- und Verpflegungsständen und Volksküche der beteiligten Organisationen, Kulturprogramm.
16 bis 18 Uhr «Totentanz», laut und bunt: Umzug vom Claraplatz zum Hauptsitz der Syngenta. Besammlung: 15.30 Uhr.
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