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 :: 26.01.13 Anti WEF Demo in Davos ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | WEF 01-01-2013 14:13
AutorIn : Murmeltier
Nach dem letztjährigen Occupy WEF findet dieses Jahr wieder eine Demo in Davos statt!

Für den Samstag, 26. Januar 2013 ist in Davos die traditionelle Anti-WEF-Demo geplant (ca. 13:00 bis 16:00 Uhr).

Weitere Infos folgen...
 :: 2 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Mobi-Video
02.01.2013 13:54  


AutorIn: Murmel Tier
  Was hat unser Alltag mit dem WEF zu tun?
03.01.2013 16:32  
Oder warum wir die ganze Scheisse überwinden müssen!

Wenn wir morgens in aller Frühe zum Tram stolpern, machen das die wenigsten von uns zum Vergnügen. Man muss ja arbeiten gehen, um leben zu können. Fürs Bahnabo haben wir schon Anfang Monat bezahlt, und so können wir uns die gequälten Gesichter unserer Leidensgenossen ansehen, ohne vorher am Automat anzustehen. Das Vergnügen währt nur kurz, den bald darauf geht’s auch schon los: auf der Baustelle, in der Werkstatt, am Fliessband, im Büro – überall das gleiche: Die Arbeit wartet darauf, von uns erledigt zu werden. In der Regel dauert das 8,3 Stunden pro Tag - wir sind aber meist länger in der Bude, weil die Pausen ja nicht bezahlt sind, genauso wenig wie Znünibrot und Mittagessen. Nicht selten sind „leider“ Sonderanstrengungen und Überstunden notwendig, damit Ziele und Fristen eingehalten werden. Dies und anderes befehlen uns unsere Vorgesetzten - die im Tram noch den gleichen Gesichtsausdruck hatten wie alle anderen - am Arbeitsplatz je nach Lage oder Vorliebe mit ernster Mine oder motivierendem Lächeln. Was die Konsequenzen sind, falls wir das Angeordnete nicht hinkriegen, brauchen sie gar nicht zu erwähnen; wir wissen es längst selber. Die meisten von uns sind trotz aller Nettigkeiten, die Arbeitskollegen und Vorgesetzte in einer Konkurrenzgesellschaft für uns bereit halten, für einen kurzen Moment recht froh, wenn es Feierabend schlägt. Das Gefühl hält meist nicht lange an, denn kaum ist der Hort unserer persönlichen Selbstverwirklichung verlassen, stehen wir auch schon vor den gut gefüllten Ladenregalen – und damit vor der Frage, ob wir es moralisch rechtfertigen können, das Produkt ohne Label zu kaufen, weil es besser zu unserem Budget passt, oder es doch kaufen und damit auf sonst was im Leben verzichten.
Im überfüllten Tram geht es dann nach Hause, wo wahlweise das Familienglück, also etwa überdrehte Kinder, die sich freuen, dass Papi_Mami endlich auch mal für sie Zeit hat, und geschaffte Partner auf uns warten – oder niemand. Halb so schlimm, am Ende landen die einen von uns halt in der Zeche, die anderen vor dem Fernseher. Dort erzählen uns dann Nachrichtensprecher oder Saufkumpane, wie schlimm es aktuell um die Welt steht, wie viele Kriege grade wieder wie viele Opfer produziert haben, wie viel Gewinn dieser und jener Konzern gemacht hat, wie viele Leute trotzdem bzw. deswegen ihre Stelle verlieren und wie froh wir doch sein können, dass es uns im Vergleich zu den hungernden Kindern in Afrika gar nicht so schlecht geht.

Ende Januar erwähnen sie meist auch das WEF in Davos und welche (Geistes-)Grössen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst sich anschicken, die Probleme, die sie auf die Tagesordnung und in die Welt gesetzt haben, zu lösen. Diese Welt-Leader wissen, was es heisst, zu den oberen Zehntausend zu gehören, und wenn man ihnen so zuhört, bekommt man fast den Eindruck, wir könnten froh sein, dass sie die Verantwortung und wir nur Zementsäcke tragen. Denn die hohen Herren müssen sich mit allerlei „elastischen Dynamiken“ herumschlagen, und sich bei Kaviar und Sekt in Nobelhotels um wichtige Herausforderungen kümmern: um Sparprogramme für breite Bevölkerungsschichten etwa und darum, dass die Wirtschaft wieder/weiter wächst…
Trotz oder gerade wegen so viel zur Schau gestelltem „Verantwortungsbewusstsein“ ist für viele rasch klar - unsere Probleme interessieren diese Leute nicht die Bohne. Die Elite hat eben Klassenbewusstsein, und das „Wohl“ der arbeitenden Bevölkerung kümmert sie nur vom Standpunkt aus, was es für ihre Profite und ihre Macht hergibt. Es sind schon widerliche Charaktermasken, die sich dort am WEF inszenieren. Darüber kommt oft eine irreführende Sorte Kritik auf. Kritik etwa, das WEF sei demokratisch nicht legitim und/oder einzelne Führer seien korrupt oder einfach „schlechte Menschen“. Diese Kritik halten wir für schädlich, denn es handelt sich bei den Global Leaders „um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen.“ Darum ist es nicht besonders klug, das WEF oder gar die einzelnen Figuren der Elite ins Zentrum unserer Proteste zu rücken.
Es ist ein Fehler, sich vorzustellen, für welche guten Dinge und Interessen die globale Elite eigentlich da zu sein hätte, und sie nach diesem eingebildeten Massstab zu kritisieren. Erfolgsversprechender ist da schon, sich klar zu machen, dass und warum diese Herrschaften ganz eigene Interessen verfolgen und dass sie ihre Entscheide nie unabhängig von den real existierenden, kapitalistischen Verhältnissen treffen. Diese Interessen verfolgen sie auch am WEF, wo sie entsprechende Projekte aufgleisen und Geschäfte einfädeln. Aber diese könnten nicht umgesetzt werden, wenn die Leute, die sich dort treffen, nicht im Alltag die politische und ökonomische Macht hätten, diese Entscheide durchzusetzen. Es sind eben gerade hauptsächlich demokratisch legitimierte Politiker, die Kraft ihres Amtes z.B. Sparprogramme für die Bevölkerung und Steuererleichterungen für Unternehmen durchsetzen. Und es sind die allseits beliebten Unternehmer, die Dank ihrem Reichtum die Kommandogewalt über alle wichtigen Dinge (vom Rohstoff bis zur Arbeitskraft) in der Gesellschaft haben.
Diese Akteure haben allen Grund so zu handeln, wie sie es eben tun. Der Staat zum Beispiel, die politische Herrschaftsform der kapitalistischen Produktionsweise, hat als Basis seines Funktionierens eine florierende Wirtschaft. Je besser das Geschäft „seiner“ Kapitalisten insgesamt läuft, desto mehr Mittel (z.B. Steuern) stehen dem Staat zur Verfügung. Er setzt die herrschenden Verhältnisse ins Recht, garantiert das Eigentum und regelt mit seiner Souveränität die Gegensätze (Mieter-Vermieter, Kapitalist-Lohnarbeiter oder auch Kapitalist-Kapitalist) in dieser Konkurrenzgesellschaft so, dass sie erhalten bleiben. Da passt es gut, dass der Beruf der Kapitalisten ist, aus Geld mehr Geld zu machen. Und ihr Geschäft müssen sie verstehen, wenn sie Kapitalisten bleiben wollen, denn auch sie sind gezwungen, ihr eigenes materielles Interesse in der Konkurrenz zu verfolgen - nur haben sie dafür ganz andere Mittel in der Hand als wir, die wir kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzen. Politiker und Kapitalisten haben alles Interesse daran, dass die Geschäfte funktionieren, und die Grundlage ihres Funktionierens ist die profitable Anwendung von Arbeitskraft. Das heisst für uns nichts Gutes, denn profitable Anwendung von Arbeitskraft bedeutet Ausbeutung, und obwohl wir den ganzen Laden mit unserer Arbeit am Laufen halten, ist er nicht für unsere Bedürfnisse da!

In dieser Gesellschaft kommt man an alles was man benötigt nur dadurch, dass man dafür bezahlt. Leute, die über kein Eigentum verfügen, das sie fortwährend zu Geld machen können, sind gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Den Scheiss nennt man dann Lohnarbeit, und die bekommt man nur, wenn ein Kapitalist damit ordentlich Gewinn machen kann. Die Arbeit ist zwar Quelle des Werts, aber der, der sie verrichtet, bekommt im Kapitalismus nur einen Bruchteil vom Wert, den er herstellt. Die Differenz, den so genannten Mehrwert, behält der Kapitalist für seine Reproduktion und für die weitere Vermehrung des Kapitals. Deshalb versucht der Kapitalist auch dauernd, den Mehrwert zu steigern, also zum Beispiel „seine“ Arbeiter (bei gleichem Lohn) länger oder intensiver arbeiten zu lassen. Was man sich da an Verausgabung antun muss, kennt jeder selber bestens. Der Lohn, den wir für den Verkauf unserer Arbeitskraft erhalten, ist hierzulande sicher zum Sterben zu viel, aber auch nicht hoch genug, damit man sich die Lohnarbeit nicht immer aufs Neue antun müsste. Und das macht auch klar: Es hilft uns wenig, wenn wir uns nur zum Protest aufstellen, wenn sich die Elite im verschneiten Davos trifft - wir brauchen eine Kritik gegen die alltäglichen Härten, die im Kapitalismus notwendig sind, und gegen all die kleinen und grossen Zumutungen, die uns immer von neuem auferlegt werden! Wir brauchen eine Bewegung die in der Lage ist, mit den ganzen kapitalistischen Verhältnissen Schluss zu machen!

mehr/ausfürlichere infos auch unter: www.buendnis-gegen-rechts.ch, www.anti-ka.ch


AutorIn: Bündnis Alle gegen Rechts
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