| |
GEGEN DIE GLEICHGÜLTIGKEIT APPELL FÜR EINEN UMZUG AM 26.04.08 GEGEN JEDE FORM VON RASSISMUS
Gerichtet gegen die Gleichgültigkeit die im Tessiner Alltag alle Diskriminierungen, Gewalttätigkeiten und die soziale Kontrolle verhüllen, entstand eine Koordination für den Kampf gegen den Rassismus, das für den 26. April zu einem starken und entschlossenen Umzug aufruft, der zum Ziel hat, rassistische und nazi-faschistische, parteiliche oder nicht-parteiliche, Realität zu bekämpfen.
Am 26. April werden wir auf die Luganeser Strassen gehen, um unsere Entschlossenheit zu zeigen, jegliche Form von Rassismus zu bekämpfen, der von rechten und rechtsextremen Strömungen und Parteien (SVP, M.A.S. (?), nationale Rechte) vehikuliert wird, was zu einer institutionalisierten und kontinuierlichen Ausschluss-Politik (Zwangsausschaffungen, mit damaligen Galeren vergleichbaren Empfangszentren) und rassistischem polizeilichen Handeln führt.
Die Politiker, die einen sozialen Alarmzustand kreieren, indem sie den Mythos von der Invasion der Fremden herausjaulen und damit von den BewohnerInnen einen Persilschein bekommen womit, unter dem Vorwand der Sicherheit, die Städte immer mehr einem Freiluftgefängnis ähneln. Jede unserer Bewegungen wird von Kameras aufgezeichnet; im Zug, in den Fabriken, auf den Strassen, in den Bergen und im Himmel. DNA-Abzüge sind in Polizeirevieren und Gefängnissen zur Routine geworden. Immer mehr Polizeikontrollen gegen diejenigen, die den herrschenden Konsens in Fragen stellen. Die Gefängnisse werden gefüllt. Wer nicht spurt, wird als "asozial" dargestellt und endet u.U. in den diversen "Sozialinstitutionen", wo sie mit Psychopharmaka vollgepumpt werden, um die "soziale Inkompetenz" zu korrigieren und wieder in die "Zivilgesellschaft" eingeführt zu werden.
Die MigrantInnen werden durchs Band als "Kriminelle" und "Terroristen" dargestellt, die man mit Hilfe des Tasers bekämpfen und heimschicken muss. Die Gefängnisse platzen bald aus allen Nähten. In der Schweiz, unter dem Vorwand der Euro 08, gibt es immer neue "Sicherheitsmassnahmen". Die Polizei kann ohne Grund als "gefährlich" eingestufte Menschen verhaften und während zehn Tagen einsperren. Diese neue Gesetzgebung wird mit Sicherheit über den sportlichen Rahmen hinaus ausgedehnt werden. Die Strassen sind voller Sheriffs die unter dem Vorwand des Staates und der Sicherheit einsperren und fichieren.
In dieser Situation der Unsicherheit und des sozialen Alarmzustandes suhlen sich v.a. die Rechtsparteien, die die Rettung des helvetischen Volkes und der Tessiner Arbeitsplätze proklamieren und v.a. jugendliches Publikum anwerben möchten. Diese Positionen, die ihre Wurzeln im Nationalismus und im Rassismus finden, verleugnen, dass alle Völker Teil der Menschheit sind und keines dem anderen überlegen ist.
Am 26. April nehmen wir uns die Strasse, um gegen die alltägliche Gleichgültigkeit zu protestieren. Am 26. April nehmen wir uns die Strasse, weil wir es satt haben, Haken- und Keltenkreuze auf den Mauern und nationalistische Parolen brüllende Nazis zu sehen. Dieser Staat (wie alle anderen auch) ist nur ein Flecken Erde, begrenzt von unnützen Grenzen und Stacheldrahten. Wir wollen bekräftigen, dass Nationen und Flaggen nicht existieren; wir sind alle Kinder dieser Erde.
Versammlung Sa. 26. April 2008 14h Piazza San Nicolao Quartier Besso-Lugano
Koordination zur Bekämpfung des Rassismus |
|